Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
102
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Sendschreiben über

die Pflanze Ak.mthns hervor/ die denselben beklei-dete. Der Bildhauer Kallimachus^) fand an die-sem bewachsenen Korbe so viel ArtigeS/ daß er daserste Kapital zu einer korinthischen Säule nach die-sem Modelle arbeitete. 2)

Z. 106. Dieses Kapital ist also ein Korb mitBlättern / und er soll das ganze Gebälk auf einerSäule tragen. Vielleicht fand man eS zu Perik-leS Zeiten noch nicht der Natur und Vernunft ge-mäß genug/ da es einem berühmten Scribentenfremde scheinet/ daß man/ anstatt der korinthi-schen Säulen/ dem Tempel der Minerva zu Athendorische gegeben hat. Mit der Zeit wurde diesescheinbare Ungereimtheit zur Natur/ und man ge-wöhnete sich einen Korb/ auf dem ein ganzes Ge-bäude ruhete/ nicht mehr als anstößig anzusehen;

(^uodr^ue kuil, vitium, «lesinil. esse mors.

§. 107. Unsere Künstler überschreiten ja keine inder Kunst vorgeschriebene Geseze/ wen sie neue Ziera-ten/ die allezeit willkürlich gewesen / erdenken: dieErfindung ist izo mit keinen StrasgesezeN/ wie beiöen Ägypter» / beleget. 5) Das Gewächs und die Formeiner Muschel haben jederzeit etwas so Lieblichesgehabt/ daß Dichter und Künstler sogar ungewöhn-lich große Muscheln erdacht/ und dieselben der Göt-tin der Liebe zu einem Wagen zugegeben haben. DasSchild Ancilev welches bei den Römerneben das/was in Troja das Palladium war / hatte Einschnitte

1) Vili uv. I. 4. c. 1.

2) lVaukunft der Alten !c. §.43.)

Z) pococlie's l'ravels, t. 2.

4) Ovlll. (Ze I. 2. v. 664^

6) Var. Ilist. I. 4. c. 4. wo aber von Thebä in Vöortien, und nicht in Ägypten, die Rede ist.)