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Sendschreiben über
„sein/ wovon man etwas abzunehmen finde: ben„ dasjenige / was gar zu schnell zur Reise gelanget„ ist / kan nicht lange Saft behalten. Bon Wein-„ stöken sind die gar zu jungen Schößlinge eher„ abgeschnitten / als neue Reben gezogen/ wen der„ Stam nichts tauget. " Ausserdem werden Figurenin einer ungerührten Stille von dem größten Theileder Menschen angesehen werden/ so wie man eineRede lesen würde/ welche ehemals vor den Areo-pagiten gehalten worden/ wo ein scharfes Gesezdem Redner alle Erregung auch der menschlichstenund sanftesten Leidenschaften untersagte; und alledergleichen Bilder werden Schildereien von jungenSpartanern vorzustellen scheinen/ die ihre Händeunter ihren Mantel versteken/ in der größten Stilleeinhertreten / und ihre Augen nirgend wohin/ son-dern vor sich auf die Erde/ richten mußten. 2)
§.96. Über die Allegorie in der Male-rei bin ich mit dem Verfasser auch nicht völlig ei-nerlei Meinung. Durch die Anwendung derselbenin allen Vorstellungen / und an allen Orten / würdein der Malerei eben das geschehen/ was der Meß-kunst durch die Algebra widerfahren ist- der Zu-gang zur einen Kunst würde so schwer werden / als.er zur andern geworden ist. Es kan nicht fehlen,die Allegorie würde endlich aus allen Gemälden Hie-roglyphen machen.
Z. 97. Die Griechen selbst haben nicht allgemein/tvie uns der Verfasser überreden will/ ägyptischgedacht. Der Plafond in dem Tempel der Junozu Samos war nicht gelehrter gemalet/ als die far-nesische Galerie. Es waren die Liebeshändel deSZupiterS und der Juno;^) und in dem Fronton
4) kiiet. 1. !. c. !. Z. 4.
s) Xeuvxli. N.e5p1. c. Z. 5. 4'
3) contra t>l8. !. 4. x. 196. eäit. OaMsdr.