die Gedanken tt.
ehrwürdig wie des Homers KalchaS/ welcher vordem Bette stehet/ ist die aus Vollmacht des' Königsredende Person/ und erkläret dem Prinzen den Wil-len des Königs'; und indem er ihm mit der einen Handdie Königin zuführet/ so überreichet er ihm mir derandern Hand das' Diadem. Freude und Verwunde-rung wollen aus dem Gesichte deS Prinzen bei An-näherung der Königin hervorbrechen/
„Und jedem Blik von ihr wallt (dessen) Herz entgegen, t)die aber durch die Ehrfurcht in der edelsten Stilleerhalten werden/ so daß er gleichsam sein Glük mitgebeugtem Haupte zu überdenken scheinet.
§. «7. Alle Charactere/ die der Künstler seinenhandelnden Personen gegeben/ sind mit solcher Weis-heit ausgetheilet/ daß ein jeder derselben dem an-dern Erhabenheit und Nachdruk zu geben scheinet.
§. 8 8. Ans die Stratonice/ als die Haupt-person/ fällt die größte Maße des LichtS/ und sieziehet den ersten Blik auf sich. Der Priester stehet:im schwächer!! Lichte/ er hebet sich aber durch dieActioN/ die man ihm gegeben: er ist der Redner/und ausser ihm regiret eine allgemeine Stille undAufmerksamkeit. Der Prinz/ welcher nach der Haupt-figur vornehmlich merkwürdig sein mußte/ ist mehrbeleuchtet; und da des Künstlers Verstand zum vor-nehmsten Theil seines Grupo weislicher eine schöneKönigin/ als einen kranken Prinzen/ der es vermögeder Natur der Sachen hätte sein sollen/ wählete/so ist dieser dennoch/ dem Ausdruk nach/ das Vorzüg-lichste im ganzen Gemälde. Die größten Geheim-nisse der Kunst liegen in dessen Gesicht/
ve^neo inoosirsre et senlio tÄnluin,
t) Haller, ^Antwort an Bodmer, zz. 60. Z2> ^uvenal. sst, 7. 56,)