Sendschreiben über
oder vielmehr einer heiligen Vestale. In ihremGesichte/ welches' sich in dem schönsten Profil zeiget)liefet man Schaam und zugleich eine gefällige Un-terwerfung unter den Befehl des Königs. Sie hatdas Sanfte ihres Geschlechts'/ die Majestät einer Kö-nigin/ die Ehrfurcht bei einer heiligen Handlung/und alle Weisheit in ihrem Betragen/ die in einemso feinen und ansserordentlichen Umstände/ wie dergegenwärtige ist / erfordert wurde. Ihr Gewand istmeisterhaft geworfen/ und es kan die Künstler leh-re»/ wie sie den Purpur der Alten malen sollen.Es ist nicht allgemein bekant/ daß der Purpur dieFarbe von Weinblättern gehabt/ wen sie anfangenwelk zu werde»/ und zu gleicher Zeit in'S Röthlichefallen, l)
K. 8-i. König Seleukus stehet hinter ihr incincr dunklen Kleidung/ um die Hauptfigur nochmehr zu heben / und theils um die Stratonieenicht in Verwirrung zu sezeil/ theils um den Prin-zen nicht beschämt zu machen/ oder dessen Freudezu stören. Erwartung und Zufriedenheit schildernsich zu gleicher Zeit in seinem Gesichte/ welches derKünstler nach dem Profil der besten Köpfe auf dessenMünzen genommen hat.
K. 86. Der Prinz/ ein schöner Jüngling/ derauf seinem Bette halb nakend aufgerichtet sizt/ hatdie Ähnlichkeit vom Vater und von feinen Münzen.Sein blasses Gesicht zeuget von dem Fieber/ welchesin feinen Adern gewüthet/ allein man glaubet schonden Anfang der Genesung zu spüren aus der weni-gen aufsteigenden Nöthe/ die nicht durch die Schaamgewirket worden.
Z. 86. Der Arzt und Priester ErasistratuS/
l) HI. Iluet sur la les Dissci't.
äe lillaäet, t. 2. x. 169.