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1 (1825)
Entstehung
Seite
90
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so

Sendschreiben über

Theilt!/ wo unter der Haut nicht viel Fleischigeslieget/ ekiger zu zeichnen; und eben so im Gegen-theil/ wo sich das meiste Fett ansezet. Man hältcS ordentlich für einen Fehler/ wen der Umrißgar zu sehr nach dem alten Geschmake ist. GanzeAkademien in Corpore/ die also lehren/ werden doch,hoffe ich/ nicht irren können.

§.73. Parrhasius selbst/ „ der Größte im„ Contur/,," hat die Linie/ welche das Völligevon dem Überflüssigen scheidet/ nicht zu treffengewußt: „ Er ist/ (wie man berichtet / da er die„Schwulst vermeiden wollen/ in das Magere ver-„ fallen. " 2) und ZeuxiS hat vielleicht seinenContur wie Rubens gehalten/ wen es wahr ist/daß er völligere Theile gezeichnet/ um seine Figurenansehnlicher und vollkommener zu machen. Seineweiblichen Figuren hat er nach Homers Begriffen ge-bildet/^) dessen Weiber von starker Statur sind. Derzärtliche Theokrit selbst malet seine Helena^')fleischig und groß/ und RapbaelS VenuS,in der Versamlung der Götter des kleinenfarne fischen Palastes in Rom/ ist nach gleich-förmigen Ideen einer weiblichen Schönheit entwor-fen. Rüben S hat also wie Homer und wie Theo-krit gemalet: was kan man mehr zu seiner Ver-theidigung sagen?

§. 7ä. Der Charakter des Raphaels in derSchrift ist richtig und wahr entworfen; aber würdenicht eben das'/ was AntaleidaS/ der Spartaner/einem Sophisten sagte/ der eine Lobrede auf denHerkules ablesen wollte/ auch hier gelten? „Wer

») ?Iin. Ilisd. IVst. I. 35. e. zect. 36. Z. 5.Ü

2) lErläuterung !c. §. 39.

3) Orat. I. 12. c. 10. U. 5.^

4) 1'Iieocr. i3. v. 29.