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Sendschreiben über
andere/ welche das Antike vornehmlich studiret/ ha-ben einerlei Gesichtszüge in vielen Werken wiederho-let. Eine gewisse Idee von Schönheit war ihnendermaßen eigen geworden/ daß sie dieselbe ihren Fi-guren gaben/ ohne es zu wollen.
§. 69. Was aber die bloße Nachahmung der Na-tur mit Hintansezung des' Antiken betrift/ so binich völlig der Meinung des Verfassers: aber zu Bei-spielen von Naturalisten in der Malerei würde ichandere Meister gewählet haben. Dem großen Jor-dans ist gewiß zu viel geschehen. Mein Urtheilsoll hier nicht allein gelten; ich berufe mich auf das-jenige/ welches'/ wie die übrigen Urtheile von Ma-lern/ wenige verwerfen werden.
§. 70. „ Jakob Jordans (sagt ein Kenner der„ Kunst/) hat mehrAu^sdruk und Wahrheit alsRuben s. Die Wahrheit ist der Grunb und die„ Ursache der Vollkommenheit und der Schönheit;„eine Sache/ von was für Natur sie auch ist/ kan„ nicht schön und vollkommen sein / wen sie nicht„waorhaftig ist / alles was sie sein muß ; und wen„ sie nicht alles das hat/ was sie haben muß. "
Z. 71. Die Richtigkeit des obigen Urtheils vor-auSgefezt/ so wird/ nach dem Begrif von derWayrheit in einer berühmten Originalschrift/ 2)Jordans mit mehrerm Recht unter die größtenOriginale/ als unter die Affen der gemeinenNatur zu sezen sein. Ich würde hier an die Stelledieses großen Künstlers einen Rembrant/ und fürden Stell« einen Raoux oder einen Watteaugefezet haben: und alle diese Maler thun nichts an-deres/ als was EuripideS zu seiner Zeit gethanhat: sie stellen die Menschen vor/ wie sie
») 6es Vies lies k^Intr. t. 2.
2) ekeleueault, pensees.