die Gedanken «5
„ k'an die Stirn der ganzen Welt zeigen. " l) DerKönig und der ganze Hof trugen die Haare von derZeit an/ so wie eS Bernini gut gefunden hatte.
Z. 5-j. Eben dieses großen Künstlers Urtheilüber die erhobene Arbeit an dem Monumente PabstAlexanders VI. tau Anlaß gebend) über der-gleichen Arbeit der Alten eine Anmerkung zu ma-chen. „ Dic Kunst der erhobenen Arbeit bestehet darin/„(sagte er/) zu machen / daß dasjenige/ was nicht„ erhoben ist/ erhoben scheine. Die fast ganz erbo-„ denen Figuren am gedachten Monumente (pflegte„ er zu sagen) schienen / was' sie wäre»/ und schie-„ nen nicht/ was sie nicht wären."
§. 55. Erhobene Arbeiten sind von den ersten Er-findern angebracht worden an Orten/ welche manmit historischen oder allegorischen Bildern zierenwollte/ wo aber ein Grupo von freistehenden Sta-tuen/ auch in Absicht des Gesimses'/ weder Pk; nochein bequemes Verhältniß fand. Ein Gesims dienetnicht sowohl zur zierlichen Bekleidung/ als vielmehrzur Verwahrung und Beschüzung desjenigen Theileseines Werkes und Gebäudes/ woran es stehet. DieVorlage desselben sei allezeit dem Nuzen gemäß, denes leisten soll/ näml'ch Wetter und Regengüsse/ undandere gewaltsame Beschädigungen von den Haupt-theilen abzuhalten. Hieraus folget/ daß erhobeneArbeiten über die Bekleidung des OrtS/ welchensie ziere«/ als dessen zufälliges Theil sie selbstmir sind/ nicht hervorspringen sollen/ indem es so-wohl dem natürlichen Endzweke eines Gesimses ent-gegen/ als für die erhobenen Figuren selbst gefähr-lich sein würde.
>) L.il-Iinuci'i, V!t» ilel Lav. Leruilli. x. 47.Z) Elendas. S. 72.