46 Gedanken iib. d. Nachahmung
dcllc auch in seiner Figur auszuführen. Das Was-ser/ welches sich auch an die unmerklichsten Theilelegete/ zog den Schwung derselben auf'S schärfste 'nach/ und beschrieb ihm mit der richtigsten Linieden Contur derselben.
§. 135. Dieser Weg verhindert nicht/ dem Mo-delle alle mögliche Lagen zu geben. Zn'S Profil ge-leget/ wird es dem Künstler vollends entdeken/ waser übersehen hat. ES wird ihm auch den äusserenContur seiner erhobenen und seiner inneren Theile/und den ganzen Durchschnitt zeigen.
K. 136. AlleS dieses'/ und die Hofnnng einesguten Erfolgs der Arbeit sezet ein Modell vorauS/welches mit Händen der Kunst nach dem wahrenGeschmake des Altertums gebildet worden.
§. 167. Dieses ist die Bahn, auf welcher Mi-chael Angelo bis zur Unsterblichkeit gelanget ist.Sein Ruf und seine Belohnungen erlaubeten ihmMnße/ mit solcher Sorgfalt zn arbeiten.
§. 138. Ein Künstler unserer Zeiten/ dem Na-tur und Fleiß Gaben verliehen/ höher zu steige»/und welcher Wahrheit und Richtigkeit in dieser Ma-nier findet/ siehet sich genöthiget/ mehr nach Brodals nach Ehre zu arbeiten. Er bleibet also in demihm üblichen Gleise/ worin er eine größere Fertig-keit zu zeigen glaubet/ und fähret fort/ sein durchlangwierige Übung erlangtes Augenmaß zu seinerRegel zu nehmen.
ß. 139. Dieses Augenmaß/ welches ihn vor-nehmlich führen muß/ ist endlich durch praktischeWege/ die zum Theil sehr zweifelhaft sind/ ziem-lich entscheidend worden: wie fein und zuverläßigwürde er es gemachet haben/ wen er es von Jugendauf nach untrüglichen Regeln gebildet hätte?
§. i^o. Würden angehende Künstler bei der er-sten Anführung, in Thon oder in andere Materie