Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
33
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der griech. Wcrke tt.

Seele zu schildern: in allen Stellungen/ die vondem Stande der Ruhe zu sehr abweichen/ befindetsich die Seele nicht in dem Zustande/ der ihr dereigentlichste ist/ sondern in einem gewaltsamen »nderzwungenen Zustande. Kentlich er und bezeich-nender wird die Seele in heftigen Leidenschaf-ten: groß aber und edel ist sie in dem Standeder Einheit/ in dem Stande der Ruhe. ImLavkoon würde der Schmerz/ allein gebildet/ParenthyrsuS gewesen seyn; der Künstler gabihm daher/ um das Bezeichnende und das Edleder Seele in Eines zu vereinigen/ eine Action/ diedem Stande der Nuhe in solchem Schmerzeder nächste war. Aber in dieser Nuhe muß dieSeele durch Züge/ die ihr und keiner andern Seeleeigen sind / bezeichnet werden/ um sie ruhig/ aber zu-gleich wirksam/ stille/ aber nicht gleichgül-tig oder schläfrig/ zu bilden.

§.8^. Das wahre Gegentheil/ und das diesementgegenstehende äusserste Ende/ ist der gemeinsteGeschmak der heutigen / sonderlich angehenden Künst-ler. Ihren Beifall verdienet nichts'/ als worin un-gewöhnliche Stellungen und Handlungen/ die einfreches Feuer begleitet/ herschen/ welches sie mitGeist/ mit Franchezza/ wie sie reden/ ausge-führet heissen. Der Liebling ihrer Begriffe ist derContrapost/ der bei ihnen der Znbegrif aller selbstgebildeten Eigenschaften eines vollkommenen Werksder Kunst ist. Sie verlangen eine Seele in ihrenFiguren/ die wie ein Komet aus ihrem Kreise wei-chet; sie wünscheten in jeder Figur einen Ajax undeinen Capaneus zu sehen.

§. 85. Die schönen Künste haben ihre Jugendso wohl wie die Menschen/ und der Anfang dieserKünste scheinet wie der Anfang bei Künstlern gewe-sen zu sei«/ wo nur das Hochtrabende, das Erstau-