Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
32
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S2 Gedanken üb. d., Nachahmung

Künstler mußte die Stärke des Geistes' in sich selbstfühlen/ welche er seinem Marmor einprägte. Grie-chenland hatte Künstler und Weltweise in einer Per-son, und mehr als einen Metrodor. DieWeisheit reichte der Kunst die Hand/ und blies denFiguren derselben mehr als gemeine Seelen ein.

§. 3t. Unter einem Gewände/ welches derKünstler dem Laokoon als einem Priester hättegeben sollen, würde uns sein Schmerz nur halb sosinlich gewesen sein. Bcrnini hat sogar den An-fang der Wirkung des GiftS der Schlange in demeinen Schenkel des LaokoonS an der Erstarrung des-selben entdeken wollen.

K. 82. Alle Handlungen und Stellungen dergriechischen Figuren/ die mit diesem Charakter derWeisheit nicht bezeichnet/ sondern gar zu feurigund wild waren/ verfielen jn einen Fehler/ dendie alten Künstler ParenthyrsuS nanten. 2)

K. 83. Je ruhiger der Stqnd des Körpers' ist/desto geschikter ist er/ den wahre» Charakter der

sE i» M a l e r u » d Pl> ilo soph. I, Z5> c.^o, Z, Zo2) sDas durste »nr aus dem Juuius zu erweisen sei».Den Pare n th» rsns war ei» rhetorisches Kunstwort, undvielleicht, wie die Stelle des Longins ^s.) zu

verstehe» zu gebe» scheinet/ auch nur dem einzige» Theo-dor eige». -r, xax/Äc ev

-vA« -sc/. Fa ich zweifle, ob sich Über-

haupt dieses Wort in die Malerei übertragen läßt. Denin der Beredsamkeit und Poesie gibt es ein Pathos, dasso hoch getrieben werde» kan als möglich, ohne Parcnth»r>sus zu werden; und nur das höchste Pathos an der un-rechten Stelle ist Parenthiirsus. I» der Malerei aberwürde das höchste Pathos allezeit Parenthyrsus sein,wen es auch durch die Umstände der Person, die es äns-sert, noch sowohl entschuldigt werde» köiite. Lessingim Lg»kv?Nj 2? Abschnitt, S. 2Zl.Z