der griech. Werke ;e.
noch so wüthe»/ ebenso zeiget der AuSdrnk in de»Figuren der Griechen bei allen Leidenschaften einegroße und gesezte Seele. Diese Seele schildert sichin dem Gesichte des' LaokoonS/ und nicht in demGesichte allein/ bei dem heftigste» Leiden. DerSchmerz/ welcher sich i» allen Muskeln und Sehne»des Körpers entdeket/ und den man ganz allein/ohne das Gesicht und andere Theile zu betrachten/an dem schmerzlich eingezogene» Unterleibe beinaheselbst zu empfinden glaubet: dieser schmerz/ sageich/ äussert sich dennoch mit keiner Wuth in demGesichte und in der ganzen Stellung. Er erhebetkein schreklicheS Geschrei/ wie Virgil von seinemLaokoon singet. Die Öfnung des Mundes gestattetes nicht; es ist vielmehr ein ängstliches und be-klemteS Seufze»/ wie es Sadolet^) beschreibet.Der Schmerz des Körpers und die Größe der Seelesind durch den ganzen Bau der Figur mit gleicherStärke ausgetheilet/ und gleichsam abgewogen.Laokoon leidet/ aher er leidet wie des Sopho-kles PhilokteteS: sein Elend gehet uns bis andie Seele; aber wir wünscheten/ wie dieser großeMan das Elend ertragen zu rönne».
Z. 80. Der Ausdruk einer so große» Seele ge-het weit über die Bildung der schönen Natur; der
von Hirt in seinem Versuche über das Kunst«schone/ in den Hören, Jahrg. 17?7. 7 Stük, an-gcsochtm, wo derselbe zu behaupten suchte, daß wederW i n ck e l m a n s edle Einsalt und stille Große,»och Lessi» gs S ch ö n h e i t s g es e z, sondern daß ein-zig und allein die Charakteristik als das Principder alten Kunst aniusehen sei. Aber diese Behauptungsand noch weniger Eingang, und bis jczt ist der Streituncntschieden. Fernow. sVergleichs die V eilage amEnde dieser Schrist.^I
O sErinnerung dawider in Lessings Laokoo»/6 Abschnitt, S. 64 — 65. Z