Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
29
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der griech. Werke lc.

tur und nach dem edlen Contur/ der dritte Vor<zug der Werke des Altertums.

ß. Die Draperie der Vestalen ist in derhöchsten Manier: die kleinen Brüche entstehen durcheinen sanften Schwung aus den größten Parthien<und verlieren stch wieder in diesen mit einer edlenFreiheit und sanften Harmonie des Ganzen/ ohneden schönen Contur des Ratenden zu versteken. Wiewenig neuere Meister sind in diesem Theile derKunst ohne Tadel!

§. 75. Diese Gerechtigkeit aber muß man einigengroßen Künstlern/ sonderlich Malern neuerer Zeiten,widerfahren lassen/ daß sie in gewissen Fällen von demWege/ den die griechischen Meister in Bekleidungihrer Figuren am gewöhnlichsten gehalten haben/ohne Nachtheil der Natur und Wabrheit abgegan-gen sind. Die griechische Draperie ist mehrentheilSnach dünnen und nassen Gewändern gearbeitet/ diesich folglich / wie Künstler wissen/ dicht an die Hautund an den Körper schließe»/ und das Nakendedesselben selien lassen. Das ganze oberste Gewanddes griechischen Frauenzimmers war ein sehr dün-ner Zeug; er hieß daher Peploii/ ein Schleier.

5.76^ Daß die Alten nicht allezeit fein gebro-chene Gewänder gemachet haben/ zeigen die erhobe-nen Arbeiten derselben; die alten Malereien/ undsonderlich die alten Brustbilder. Der schöne Cara-calla nnter den königlichen Antiken in Dresden kairdieses bestätigen.

§. 77. In den neuern Zeiten hat man ein Ge-wand über das andere/ und zuweilen schwere Ge-wänder/ zu legen gehabt/ die nicht in so sanfteund fließende Brüche/ wie der Alten ihre sind/ fal-len können. Dieses gab folglich Anlaß zu der neuenManier der grsßenParthien in Gewändern/ in wel--