Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
19
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der griech. Werke tt.

Abweichung von gemeldeten allgemeinen großen Ge-sezen der Kunst. Die sinliche Schönheit gab demKünstler die schöne Natur; die idealische Schön-heit die erhabenen Züge: von jener nahm er dasMenschliche/ von dieser das Göttliche.

Z. 39. Hat jemand Erleuchtung genug/ in dasInnerste der Kunst hinein zu schauen/ so wird erdurch Begleichung deS ganzen übrigen BaueS dergriechischen Figuren mit den mehresten neuern/ son-derlich in welche» man mehr der Natnr/ als demalten Geschmake gefolget ist/ vielmals noch wenigentdekte Schönheiten finden.

z. ^o. In den meisten Figuren neuerer Meistersiehet man an den Theilen des KörperS/ welchegedrukt sind/ kleine/ gar zu sehr bezeichnete Fal-ten der Haut; da hingegen/ wo sich eben dieselbe»Falten in gleichgcdrnlten Theilen griechischer Figu-ress legen/ ein sanfter Schwung eine aus der an-dern wellenförmig erhebet / dergestalt/ daß diese Fal-ten nur ein Ganzes'/ und zusammen nur einen ed-len Truk zu machen scheinen. Diese Meisterstükezeigen uns eine Haut/ die nicht angespaiit/ sondernsanft gezogen ist über ein gesundes Fleisch/ welchesdieselbe ohne schwülstige Ausdehnung füllet/ undbei allen Beugungen der fleischigen Theile der Rich-tung derselben vereinigt folget. Die Haut wirftniemals/ wie an unsern Körpern/ besondere undvon dem Fleisch getrentc kleine Falten.

Z. -i t. Eben so unterscheiden sich die neuern Werk»:von den griechischen durch eine Menge kleiner Eindrüke/und durch gar zu viele und gar zn sittlich gemachteGrübchen/ welche/ wo sie sich in den Werken der Al-ten befinden/ mit einer svarsamen Weisheit/ nachder Maße derselben in der vollkommenem und völ-ligem Natur unter den Griechen/ sanft angedeutet,