Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
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CLXV
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Biographie. ci<xv.

mern Gefchmak/ dieses oder jenes Volk verrathen;cr wies gewisse Schulen nach/ oder bestickte sie ge-nauerz er sezte Epochen der Kunst fest/ die bis jeztnur eine geringe Veränderung erlitten haben; cr lehrtedie Materien und d»S Verfahren der alten Meisterkennen / berichtigte unzählige Irrtümer/endlich öfnetecr der Welt die Augen über die ewigen Wunder derKunst des hohen wie des schönen StylS; und allesdieses schöpfte cr unmittelbar aus den reinsten Quel-len/ den Nachrichten griechischer und römischer Auto-ren/ und aus eigener oftmaliger Ansicht/ Untersuchungund Vergleichung der Überreste alter Kunst an Orten/wo sie zahlreicher als sonst irgendwo versammelt wa-ren. Ein angeborner hoher Sin für das Schöne/ein durch Anschauen geübtes Auge/ belle Beurthei-lung/ Scharfblik/ ein glükliches Gedächtniß und eineLiebe für seinen Gegenstand/ die leicht zur Entzükungwurde/ begleiteten ihn getreu in allen seinen For-schungen und deren Aufzeichnung.

Einer Erwähnung/ daß die zum Theil oben ange-zeigten Fehler und Irrtümer von nachfolgendenSchriftstellern / die den Geist des Vaters der Kunst-geschichte nicht zu besizen brauchten/ leicht durchFleiß und Genauigkeit koiiten berichtiget werden/und nun auch in der That berichtigt sind/ bedarfes kaum für diejenigen/ welche wissen / daß nach demZeiträume/ wo Winckelman Orakel zu sein auf-hörte/ fast kein Autor über Kunst und Altertumschrieb / ohne sich einigermaßen an den schlafendenLöwen zumachen. Lessing/Visconti und Qua-tremere - d e - O.u in cy lobten und rügten mitWürde; Fea und Meyer unterwarfen das Ganzeeiner Prüfung/ und ihnen dankt die Kunstgeschich-^ t e ik>re Läuterung vorzüglich.

Ein anderes Verdienst Winckelmans ist ohneZweifel das des Schriftstellers im engern Verstau-