Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
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CLXVI
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Li.xvi. WmckelmanS

de; den nur über die Kunst schreiben und mit Gründ-lichkeit aus eigener Anschauung sowohl als tieserForschung lehren/ reichte um so weniger hi»/ dader Gegenstand vielleicht mehr als jeder andere eineschöne und zuweilen eine erhabene Darstellung ver-langte/ wen die Form dem Stoffe angemessen seinsollte.

Winckelman schuf sich einen besondern Styl/der/gleich fern von Härte und Steifheit/ so wie vonZierlichkeit und ausschweifender Bewegung/ seineSchönheit in der Nuhe und stillen Größe zeigt/ wieXenophonS Schriften nnd die Bildwerke der ho-hen Kunst/ die ihm scheinen zum Muster gedient znhaben. Mit einfachen Mitteln und sanfter Bewe-gung bringt er wundersame Schildcrcien hervor/die alle in ihrer Art schön heissen können / so sehrsie nach dem eigentümlichen Charakter verschiedensind / wie die jugendlichen und mäiilicheN/ die irdi-schen und himlischen Gottheiten unter den Grie-chen. Im Erzählen kurz ohne Sparsamkeit/ imBeurtheilen genau und scharf/ im Lehren umständ-lich und klar/ im Widerlegen behutsam/ im Verglei-chen ungesucht/ erhebt er sich im Unterrichte vonder Schönheit und dem Wesentlichen in der Knnst/und schwingt sich in seinen Anschauungen des Apol-lo/ des HerkuleS/ Laokoon und der Niobe zurBegeisterung auf/ womit sie einst erzeugt worden.

Sein Ansdruk ist überall rein/ gelassen/ ohneBrüche in sanfte Wellen gelegt/ klar bis auf denGrund / der das helleste Bette hat. Anspielungenund Lichter nimt er häufig aus seinem Schaze alterLectüre; Bilder aber wählt er meistens von gewöhn-lichen und oft von scheinbar niedern Gegenständen/denen er Adel verleihet / weil er sie braucht. Daranstößt sich zuweilen ein Kopf/ so wie mancher keinenSiii für sittsame und prunklose Schönheiten besizt.