Biographie. ci-xi.
Wer mit ihm Bekantschaft schloß/ durfte aufseine Ergebenheit sowohl als auf seine Dienstfertig-, keit bauen/ und wer sein Freund wurde/ mit demtheilte er seine Seele. Nur scheint es/ daß die ho-hen ^Eigenschaften/ welche er für die Freundschaftforderte und besaß/ zuweilen durch eine zu großeEmpfindlichkeit auf eine Zeit lang in Schatten gestelltwurden. Sein wohlwollendes und dankbares Herzist von seiner frühesten Jugend an gegen seine Eltern/seine Gönner und Freunde sichtbar; im spätern Al-ter hat es sich gegen den Graven Bünau/ denPater Leo Rauch/ Füeßly und Wille/ gegenAlbani/ Muzel - Stosch/ Riedesel/ gegensein Vaterland und das verheerte Sachsen auf einerührende Art bewährt.
In der Schule der Armuth und Widerwärtigkeitengroß geworden/ aber durch die Lehren der hohenWeifen des Altertums gebildet/ konte er nach seinen^ natürlichen Anlagen nicht anders/ als sich einenstarken und im edelsten Sinne humanen Charakteraneignen. Er gehörte in seinem Zeitalter unter dieWenigen/ welche die Wissenschaft aus Büchern demeignen Denken nachsezten) und beides auf das Lebenanzuwenden suchten. Diesem zufolge fühlte er sichbesonders aufgelegt/ ein Lehrer der Jugend zu wer-de»/ welcher Hang ihn bis zu den spätern Jahrenbegleitet hat. Das Schiksal führte ihn eine andereLaufbahn; er sollte ein allgemeiner Lehrer des Schö-nen werden: undgetreu erfüllte er feinen Beruf.
Sonst war er in feinem Leben einfach und mäßig;er kante weder Wohllüste noch Schwelgerei; drängtesich nirgends auf/ hatte kein Verlangen nach Ehren-^ stellen/ wohl aber die Begierde/ fein Verdienst aner-kant zu sehen. Spricht er zuweilen in Briefen anseine Freunde ohne die übliche Zurükhaltung über