LI.VIII.
WmckelmanS
.. Leichnam sodan auf dem Nade auSgesezt verbleibe.Dieses Urtheil wurde am 20 Zuli morgens 10 Uhran ihm vollzogen.
Winckel mans Vildniß und Verdienst.
Seinem Äussern nach war Winckelmaii vonmittlerer Statur und festem Bau; er hatte einebräunliche Gesichtsfarbe/ lebhafte schwarze Augen/volle Lipen/ eine zwanglose aber edle Haltung / undeine rasche Bewegung. Er schnupfte Tabak undwar dabei sehr reinlich/ jedoch ohne sichtbare Ängst-lichkeit. Das Deutsche sprach er in sachsischer Mund-art; er zog aber das Italiänische vor/ wen er damitjemand nicht in Verlegenheit sezte. Seine Stimmewar nicht laut/ aber rein und deutlich; die Nedefloß schnell von seinen LipeN/ ausser wen er lehrte/erklärte oder beschrieb. Er gerieth leicht in Heftig-keit/ und bei Gegenständen seiner Bewunderung indas Pathos. >)
Mehrmal ließ er sich malen/ daher wir noch ver-schiedene Porträte von ihm besizen. DaS erste istvon dem dänischen Maler Peter HalS/ im Früh-ling >760 verfertigt/ womit Winckel man sehrzufrieden war. ES ist unbekant/ wo sich diesesBild befindet; vielleicht in Dänemark.
Ein anderes Porträt scheint kein Gemälde/ son-dern nur eine Zeichnung im Profil gewesen zu sein/die sein vcrdächt-ger Freund Casanova um dasJahr t76,j von ihm na!ini/ und BartholomäFolin für den 3 Band der neuen Bibliothek
t) Nach einem Briefe v. Heinrich Kiiesil« an mich.
2) Br. an Muzel- Stosch, V. Soiiabend vor dem Z?
Mari t7S0.