Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
CXLIV
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ci.iv.

WmckelmanS

Ärcangeli/ der hicbci in seiner Meinung be-stärkt worden/ daß Winckelman ein Lutheraner/ein Jude/ ein Spion/ oder ein geringer Menschsei, ging nun um diese Zeit auf sein Zimmer/kehrte aber gleich wieder zurük/ unter dem Verwän-de, als' hätte er sein Schnupftuch vergessen/ undfragte scheinbar ganz zufällig/ ob er Mittags bei derTafel nicht die schönen Münzen vorzeigen wolle/worauf Winckelman erwiderte: „ich will kein„ Aufsehen erregen. " Arcangeli fragte nun: wa-rum er den nicht geradezu sage/ wer er sei?Winckelman fand diese Frage zu dreist/ sagte:„ich will nicht erkant sein/" und sezte sich/ ohnejenem weiter eine Acht zu schenken/ an seinenSchreibtisch.

Plözlich warf ihm hierauf Ärcangeli vonrükwärtS eine Schlinge über den Kopf und zog siezusammen/ als Winckelman aufsprang und ihnkräftig von sich stieß. Da zog aber Ärcangeliein Messer, sie rangen, Winckelman siel zurük/jener obenauf und versezte ihm fünf Stiche. Wäh-rend dem erschien der Kellner/ vom Lärm herbeige-rufen, und sah den Mörder noch auf Winckel-man gesiemt und mit dem Gesicht gegen die Thüregewandt. Ärcangeli/ so wie er ihn erblikte/sprang auf/ stieß ihn von der Thüre weg/ und liefohne Rok und Hut davon.

Der Kellner wollte Winckelman aufheben/dieser aber hatte sich schon selbst empor geholfen/öfnete sein Hemde und sagte/ indem er ihm seineWunden zeigte, auS denen viel Blut floß: „Sieh/„sieh/ was er mir gethan bat!" In der Verwir-rung eilte der Kellner nach einem Wundarzte/ Win-ckelman suchte Hülfe/ ging die Trepe hinab, trafeine Magd, die aber vor Schreken nur nach demBeichtvater und Arzte lief. Nach einer ziemlichen