Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
CXLII
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LI.XII.

WinckelmanS

machten sie gleichfalls einen Spaziergang in Gesell-schaft zusammen/ und Winckelman genoß meistensnach der Zurukkunft in des Nachbars Zimmer seinBrod und Wein.

Nach einem dreitägigen Umgang/ da noch keinerdes andern Zunamen wußte/ indem sie sich nur aufitaliänische Weise Francesco und Giovanni nan-ten/ fragte endlich der Fremde auf einem Spazier-gange feinen Nachbar um dessen Stand und Namen/mit dem falschen Vorgebe»/ daß er dieses nicht auseigener Neugierde thue/ sondern blos um die An-fragen der Wirthsleute/ die schon mehrmal an ihnergangen seien/ zu befriedigen. Winckelman er-widerte ihm: er sei kein verdächtiger und schlechterMensch/ und wolle ihm des AbendS/ sobald sie zuHause wären/ darüber Auskunft geben/ was er denauch wirklich that/ indem er ihm sowohl seinen Reise-paß als ein Empsehlungschreiben an das Handels-haus Luchesi in Gör; und Tamossi zu VenedigvorwieS/ und hinzusezte/ er sei in Wien von demFürsten Kauniz mit einer goldenen/ und von derKaiserin mit einer goldenen zwei silbernen Schau-münzen beschenkt worden.

Der Fremde hieß Francesco Arcangeli/und weit entfernt/ daß er von dem Wirthe wäreüber WinckelmanS Charakter befragt worden/ hatteer diesem vielmehr unaufgefordert gesagt/ daß der-selbe ein angesehener Man sei. Er beobachtete genaudessen Thun und Lassen bis in'S Kleinste/ wobei erden bemerkte/ daß er ein scheuer Mensch wäre/ undz.B. wen er Schnupftabak kaufte/ oder sonst etwasbezahlte/ bei der Rechnung in Verlegenheit gerieth.

Am ^ Juni AbendS/ oder am 6 Zum früh fcheintihn Arcangeli auf dem Spaziergange in einemGespräche über die erwähnten Schaumunz-n. zu demVersprechen bewogen zu haben/ ihm dieselben zu