Biographie. Lxu.
und war also nicht segelfertig; indessen hörte Win-ckelman bei dieser Gelegenheit von einem andernSchiffer/ der in derselben Woche ganz gewiß geradenach Aneona absegeln würde. Da dieser jedoch imAugenblike abwesend war/ kehrten sie in den Gasthofzurük/ um Mittagsruhe zu halten. Als sie um 6Uhr aufgewacht und sich an's Fenster gelegt hatten/sprachen sie wieder von der Reisegelegenheit nach An-cona/ und gingen mit einander aus/ um den Schif-fer aufzusuchen. Sie fanden ihn/ und Winckel-man versprach ihm über die gewöhnliche Fracht einGeschenk von 2 Dueaten / wen er am nächsten Samstag/oder spätestens' am Sontag abfahren würde/ was dender Schiffer zu thun versprach.
Winckelmanwar vergnügt über dieses erwünsch-te Einverständniß/ dankte seinem gefälligen Beglei-ter für seine Bemühung/ und so gingen sie in eiltKaffeehaus/ um eine Schale Kaffee mit einanderzu trinken/ und dan in ihren Gasthof. Der Unbe-kante machte noch einen Spaziergang durch die Stadt/und ließ sich nach feiner Zurükkunft im Gasthauseabermals drei Schalen Kaffee auf sein Zimmer brin-gen/ wovon er Winckelmau eine zuschikte/ die aberdieser nicht annahm/ mit der Äußerung/ daß er sienicht bestellt habe. Dessen ungeachtet besuchte W i ti-ck elma n nach der Dämmerung/ als man Licht brachte/seinen Nachbar in dessen Zimmer/ ließ sich mit ihmin allerlei unbedeutende Gespräche ei» / bis man fürbeide ebendahin das Abendessen trug/ wo aber Win-ckelmau seiner Gewohnheit nach nur Brod undWein genoß.
Von nun an gingen sie alle Morgen mit einanderspazieren/ und dan zum Frühstük in'S Kaffeehaus/wo sie den Tag über noch ein oder zweimal zusam-mentrafen/ und eben so fanden sie sich bei der Mit-tagstafel im Gasthofe neben einander ein. Des Abends