Biographie.
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Wien mitzugeben/ aber niedergeschlagen und traurig.Sie kamen den 12 Mai daselbst an/ und machtenalsbald ihre Besuche. Der Fürst Kauniz, welchenCavaeeppi von der seltsamen Gemüthsverwirrungseines Freundes zu unterrichten Gelegenheit gesun-den hatte/ sagte zu Winckelman: „ Wie kön-„ nen Sie das Herz haben/ Ihren lieben Freund„in einem fremden Lande zu verlassen? Ich bitte„ Sie/ was ich bitten kan/ andern Sie doch diesen„ Vorsaz! " Es war umsonst; Winckelman er-blaßte/ seine Augen brachen/ er zitterte und ver-stumte. Bei diesem sichtbaren Leiden der Seele unddes Leibs nahm ihn Cavaeeppi bei der Hand undsagte mit sanfter Stimme zu ihm: „Lieber Freund!„ Sie thun übel; aber weil es Ihnen so gefällt/ so„ tragen Sie nur Sorge für sich selbst/ ich empfehle„ Sie Gott I" Winckel m anS Bewegung hiebei warso heftig/ daß er von einem Fieber befallen wurde/an dem er etliche Tage zu Bette liegen mußte. Ca-vaceppi ließ ihn fodan in dem Haufe des HerrnSchmi dtm e y er S/ wo er gut aufgehoben war/ undbesuchte ihn nicht mehr/ um ihm durch seine Gegen-wart nicht beschwerlich zufallen.^)
Winckelman verweilte hier bis gegen EndeMaiS/während welcher Zeit er von dem Baron SpergesZhro Majestät der Kaiserin Theresia vorgestelltwurde/ die ihn sehr huldreich behandelte und miteiner goldenen und zwei silbernen Schaumünzen be-schenkte. Sie ließ ihm ihren Wunsch/ daß er inWien bleiben möchte/ deutlich merke»/ und derselbewurde ohne Zweifel durch den Fürsten Kauniz nn--terstüzt/ welcher ihn gleichfalls mit einer goldenenSchaumünze erfreute. In einem Briefe an den Car-dinal Albani bezeigte er eine ungenieine Zufrieden-
1) Ebenda,'.