XLXXViii. WinckelmanS
Ernst sah/ sagte er/ daß ihm diese Gebirge großund erhaben vorkäme»/ und daß er sie mit Vergnü-gen bewundere; was aber die Häuser betreffe/ sosollten sie weit eher ihm / als einem Jtaliäner/ miß-fallen; indessen mache das Klima und der häufigeSchnee diese Banart nothwendig. Noch bevor sieAugsburg erreicht hatte»/ machte Winckelmanden Vorschlag/ wieder nach Italien umzukehren/was aber Cavaceppi ablehnte. Sie erreichte»also Augsburg und gingen von da nach Mü nch eN/ohne daß Winckelman eine größere Lust an Deutsch-land bekommen hätte. „ Lasset uns nach Rom zurük-„ gehen!" sagte er hundertmal.
In München erzeigte man ihm viel Ehre undbeschenkte ihn unter anderm mit einem schönen altentiefgeschnittenen Steine/ der ihm sehr lieb war. Allesdies vermochte aber nicht/ seine Melancholie zu ver-scheuchen/ und nur mit Noth brachte ihn Cava-eeppi nach RegenSburg. Hier entschloß er sichfest zur Rükreise. S"» Gefährte stellte ihm vor/daß er dadurch nicht schön an einem Freunde handle/der ihm zu Liebe die Reise unternommen und sichnun in einem Lande/ dessen Sprache und Sitten ihmfremd wäre»/ sehr verlassen finde/ und zulezt gaber ihm seinen Unwillen darüber zu verstehen. Dieeinzige Antwort/ die ihm Winckelman daraufertheilte/ war: daß er wohl einsehe/ wie unartiger gegen seinen Freund handle/ allein er verspüreeinen so starken Trieb hiezu/ daß er unmöglich an-ders könne. Er sezte sich und schrieb zwei Briefe/den einen an Albani/ dem er seine baldige Zuruk-knnft meldete/ und den andern an den KupferstecherMagalli/ seinen Freund/ welchen er ersuchte/ dieWohnzimmer und andere Sachen zu seinem nahenGebrauche in Bereitschaft zn bringen. Nur dieuachdruklichsten Vorstellungen bewogen ihn / noch bis