Biographie. cxxxvii.
zu besuche»/ nicht aufgeben; ja/ diese Reise sollteihm zu jener noch behülflich sein/ indem er denPlan auszuführen dachte/ mittelst Unterstüzung vonGroßen in Stand gesezt zu werde»/ in EliS Nach-grabungen anstellen zu könne,,/ woran erst neulichwieder ein Gelehrter zu WinckelmanS Ehreerinnert hat/ da sich aus mehrern daselbst gemachtenFunden von Bedeutung diese schöne Idee zugleichals eine glükliche bewährt hat. Es ist die Frage/ob England im Besize der sogenanten clgin'schenMarmor wäre/ wen es dem Urheber jenes Anschlagsvergönt gewesen/ ihn auszuführen.
Winckelman reifte in Gesellschaft des geschik-ten Bildhauers Cavaeeppi/ der ihm zu Liebe undaus Neigung/ fremde Länder und neue Sachen zusehen, die Wanderschaft mit machen wollte/ den 10April 1768 von Rom nach Deutschland ab. IhrWeg ging über Lorettv/ Bologna/ Venedig/Verona :c. wo sie überall die Denkmale der Kunstaufsuchten. Als sie in Tirol waren, wo sich Win-ckelman auf seiner Reise nach Rom so sehr vonder Größe der Natur hingerissen fühlte, daß er keineWorte sie zu beschreiben fand/ sagte er nun auf ein-mal zu seinem Gefährten: „Sehen Sie, mein„Freund/ was für schrekliche und schaudervolle Ge-„ genden! Welche unermeßlich emporsteigenden Ge-„birge!" Und als sie schon auf deutschem Bodenwaren/ rief er in einem Tone/ der seinen ganzenAbscheu zu erkennen gab: „ O/ was für eine abge-„ fchmakte Bauart! Sehen Sie nur die spizig zu-„ laufenden Dächer!" Da Cavaeeppi / der an-fangs geglaubt/ daß derselbe spasse/ nunmehr dessen
t) Dr.Sickler, im Kunstb latte V. 1.1S2I. Num. t —4.
2) Geschichte d, Ku»st, S B. 3K. 20 §.
3) Br. an Muzcl-Stvsch, V. 6 Apr. 176S.kaccvlts <I'aliticks Swtue, xres.
6 "