Biographie. cxxi^
ständige Beurtheiler. Eine ähnliche Bewandtniß hates mit seinem Versuche einer Allegorie fürKünstler/ welche im Jahre 1756 erschienen ist.ES fehlt dieser Schrift ganz gewiß an einem gutenSystema, richtiger Begrifserllärung und Vollständig-keit/ und der Verfasser hat das Werk wahrscheinlichaus dem Grunde überfchäzt/ weil es ihm durch einelange aber angenehme Arbeit/ die er auf dessenConipilation verwendet hat/ lieber geworden ist/ alseine eigene Schöpfung; nichts desto weniger wüßteich dennoch bis auf diesen Tag kein anderes Buchanzuführen/ worin über den nämlichen Gegenstandein so reichhaltiger Schaz aus den ersten Quellen ge-sammelt wäre.
ES war kaum anders zu machen/ als in der Zeitvorauszueilen/ wen ich das zusammenfassen wollte/was die vornehmsten Schriften Winckelmans be-trift. Hch nehme nunmehr den Faden wieder auf/wo ich ihn fallen lassen.
Zu Ende HornungS 1764 trat er seine dritteReise nach Neapel a»/ in Gesellschaft des jungenHeinrich Füeßly von Zürich und DoctorSVolk-man aus Hamburg. Dieser Schweizer/ von demWinckelman eine so vortheilhafte Schilderungmacht/2) lebt gegenwärtig noch in einem hohen Alterin seiner Vaterstadt. Sie hielten sich drei WochenMif; 4) und die Frucht dieser Neise sind dieNach-
1) Nr. an K. Fließ!», V. 20 Jan. 1764.
2) Vr. an Franke, v. Dec, u. a» K, Fließ!»/ v. 2aJan. 176ä; an Niedesel, V. Zt Jul, 1765.
Z) tEr schreibt seine» Namen, wie ich iezt erst aus einem ei-genhändigen Briefe an mich ersehe, worin mir der ehr<würdige Greis schäzdare Notizen gefälligst mittheilt, nichtF neßl», wie andere dieses Geschlechts, sondern Fl> ßl i,Z
4) Br. an Mnzel-Stosch, V. 2-i, n. an Riedesel,».27 März; anVolk m an, V. S, u> an Wiedcwelt,v. 24 Mai ,764,
Winckelmans Biographie. 1. 6