WmckelmanS
vergoß/ i) betrauerte auch er; endlich ließ erdas Porträt eines' schönen Castraten malen, 2) undcS speiste eine Zeit lang SonabendS ein junger Römer/schlank-/ blond und groß/ bei ihm/ mit welchem er ^«on Liebe sprach. Hieraus nun sowohl als ausden Stellen in seinen Schriften/ wo er dem män-lichen Körperbau vor dem weiblichen den Preis derSchönheit zuertcilt/^) will man den Schluß mache»/daß Winckelman wenigstens von der Gesinnung desKallikratidaS bei L u c i a n in den EroteS gewe-sen sei: allein mit Unrecht; den er war für Schön-heiten des weiblichen Geschlechts nicht minder empfind-sam. „ Ich bin niemals ein Feind des andern Ge-„ schlechtS gewesen/ wie ich ansgeschricen werde;
„ aber meine Lebensart hat mich von allem Umgange„ mit demselben entfernet; ich hätte mich verehlichen„können/ und vielleicht wäre es geschehen/ wen ich„ mein Vaterland wieder gesehen; doch izo fällt es
mir kaum ein. " 5) Der schönen Lida zu Venedigläßt er einen Kuß zuwerfen; 6) die Mädchen bei Bol-zano und die mit dem griechischen Profile zu Tivoligefielen ihm sehr wohl; er hat viele Stunden verlo-ren/ um ein schönes Gesicht und Gewächs einerZungfrau in Rom/ die er nur einmal gesehen/ wiederzu treffen;?) es rührt ihn eben so sehr/ daß dieBlüthe der Vittori ue cia/ wie jene CastellaniS/nur «v-' ist;S) auf die nämliche unschuldige
1) Nr. an Niedesel, v. 12 Aug. 1767.
2) Nr. an Usteri, v. 3 Öct. 1761.
3) Vr. an Berends, v. 2S Ja». 17ZS.
>i) Vr. an Ustcri, V. 27 Jun. 1767.
S) Br. an Franke/ V. IS Ja». 1766.
«) Nr. an Harper, v. Juni 17Z6.
7) Br. an Muzcl-Stosch, v. Za Jan. 1760.
S) Vr. a» Niedesel, v. Apr. 176Z.