I.XIV.
WmckelmanS
natschrift dadurch emporzuhelfen. Dan zeigte er siedem Pater Rauch/der ihn sehr animirte/ dieselbe dru-ken zu lassen / und die Kosten dazu herzugeben versprach.Winckelman war gesonnen/ sie ihm zu dediciren;allein der Beichtvater nahm diese Ebre nicht an,mit der bescheidenen Erklärung : „ die Schrift wäre„ zu schön für ihn/ und müßte jemand suchen/ der„ ein Glük gewähren köute." Auf dieses hin wollte sieWinckelman ohne alle Dedication an'S Licht stel-len. Als er aber bei dem Minister Graven vonBrühl um Dispensation von der Censur nachsuch-te/ damit der Aufsaz seine Neuheit nicht verlöre,so hat ihm derselbe gerathen/ dazu eine Dedicationan den König zu verfassen. Der König/ demman dieses Vorhaben gemeldet/ gab seine geneigteEinwilligung dazu/ und die Schrift wurde ihm vomMinister selbst am ersten Pstngsttage überreicht. Siebrachte aber ihrem Verfasser/ der sie in seiner Dürf-tigkeit auf eigene Kosten in nicht mehr als ^0 Exem-plarien/ damit sie rar bliebe/ druken lassen/ keinenandern Vortheil/ als daß sie seine Absichten beför-derte. Sie hat bei Kennern einen unglaublichenBeifall gefunden; besonders wunderte sich jeder-man über die Kühnheit/ mit welcher darin der da-mals in Dresden allgemein herschcnde Geshmak be-kämpft worden. Selbst der Geschmak deo Königswar in folgender Stelle/ die Bezug auf das hü-be r t S b u r g e r Schloß hatte / angegriffen : „Ar m a-„turen und Trophäen werden allemal auf ein„ HagdhauS eben so unbequem stehe»/ als Gnyme-„ des und derAdler/ Jupiter und Leda unter dern-erhobenen Arbeit der Thüren von Erzt am Ein-
Br. an Übe», v. 3 Ju». t7S5.?) Vv. anBerends, v. 25 Jul. 17S5.