Biographie.
I.XM,
son geschrieben hatte. So verschieden bringen Zeitund Umstände das Talent zur Reife. Die ersteSchrift WiuckelmanS: Gedanken über dieNachahmung der griechischen Werke in derMalerei und Bildhauerkunst/ erschien im Mai1766 in Quarto. Sie ist die Frucht einer großenVelesenbeit und eines Studiums, in das er nicht,wie Heyne irrig behauptet hat, „zufällig ge-„ worfe» ward, " 2) sondern das er schon langemit Vorliebe erwählt und fleissig gepflegt hatte. Erkante die Natur und den Hang seines Talents; weß-wegen er den schon dritthalb Jahre früher an seinenFreund Berends schrieb: „Gott und die Natur„haben wollen eine» Maler, einen großen Ma-„ ler aus mir machen; und beiden zum Troz sollte,, ich ein Pfarrer werden. Nunmehr ist Pfarrer„und Maler an mir verdorben. Allein mein„ganzes Herz hänget an der Kentniß der„Malerei und Altertümer."^) Wem fällthiebei nicht ein, was Äeffing in seiner EmiliaGalotti den Maler Conti sagen läßt: „Meinen„Sie, Prinz! daß Raphael nicht das größte„ Malergenie gewesen wäre, weil er unglüklicher„Weise auch ohne Hände wäre geboren wor-„ den ? " Der Fall trift bei Winckelman ein :ohne eine große Fertigkeit in der Kunst zn besize»,war er deren geborner Liebling, und gewiß ein ebenso großes Talent dafür als Napbael.
Der Anfang dieser Schrift war von Winckel«man, auf das Ansuchen eines Bekanten, zuerst füreinen kleinen Buchhändler bestimt, um einer Mo-ll Samlung antiquarischer Aufsäze, S. VII. der
Vorrede.
Z) Br. v. 6 Jan. t75Z.
>5) 1 Ausj. 4 Auftr.