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WinMmanS
„ das Herz voll Menschenliebe/ das meine vielen Feh«„ ler gnädig übersehen/ werde noch zulezt wenig-„ stens menschlich über mich urtheilen. Wo ist„ der Mensch/ der immer weise handelt ? — Die ?„Götter (spricht Homer) geben den Sterb-lichen nur immer ans einen Tag ihr a b-„ gemessenes Theil von Vernunft. Der„Entwurf/ den ich mir gemachet/ kan/ von einer„ andern Seite betrachtet/ thöricht/verwegen/ja„vielen gottlos und abscheulich scheinen. Ein„ erleuchtetes Auge / womit Euer Excellenz / nach„ dem Bilde der Gottheit / das Ganze der Dinge„anzusehen pflegen/ wird mich leicht zu entschuldi-„ gen finden können. Schaam und Betrübniß er-„ lauben mir nicht/ mehr zu schreiben. Ich glaube/„eine ewige Vergeltung: die sei Euer Excel-„lenz großer Lohn! "
Er fällt in diesem Briefe dem Graven auchzu Füßen/ welches bei Winckelman nicht als »eine zu tiefe Erniedrigung / sondern als der Ausbruchseines mit Liebe und Achtung für Bünau eingenom-menen Herzens anzusehen ist. So umfaßt er oftdie Kniee seiner Freunde/ so küßt er ihreFuß stapfen.
Hier haben wir nunmehr sowohl die getreue Er-zählung als auch Winckelman 6 eigene Erklärun-gen über eine Handlung/ die jederzeit ein destogrößeres Aufsehen macht/ je verständiger/ gelehrterund berühmter die Personen sind/ welche sich ihrunterziehen. Wen gleich die Zeiten nicht mehr wa-ren / wo man glaubte ein Recht zu haben / demaus einer kirchlichen Gemeinde ausgetretenen Mit-
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2) Br. an Vüttau, v. 17 Sept. 1754.