Biographie. uu.
„weit edlern Gebrauche/ als gewöhnlich/ verliehen„worden/ eine fast strafbare Eitelkeit sei, dieselbe„ bis' in'S Alter fast blos mit Gingen / die nur das„ Gedächtniß in Bewegung erhalten/ zu beschäftigen.„Ich glaube/ daß diese Betrachtungen/ da ich schon„ das 66 Jahr zurükgeleget/ reif und beständig bei„ mir geworden sind.
„ Ich habe seit vielen Jahren gesuchet/ zween„Freunde zu cultiviren/ von denen einer oder der„ andere mich künftig gewiß aufnehmen wird. —„ Meinen Freunden diesen Weg zu erleichtern/ und„ so lange es dem Schiksale oder mir selbst gefallt/„ für meine wenigen Bedürfnisse auf eine meiner„ Freunde künftigen Stand gemäße/ oder/ wen alles„ fehl schlagen sollte/ für mich leichtere Art zu sor-„ gen/ tönte ich Gelegenheit suchen/ junge Leute„von Stande zu unterrichten. Den mit Leuten/„welche Bücher um'S Brod schreiben/ ist die Welt„ mehr als zu viel angefüllet. Dieses kan ohne meh-„ rere Fertigkeit in den zwei gangbaren fremden„ Sprachen nicht füglich geschehen. Die Kentniß„der Alten/ sonderlich der Griechen/ scheinet der„ Jugend ein Weg / der mit Dornen und Disteln„ verwachsen ist/ wie er es den in der That ist. Wäre„ e§ möglich / den bei mir überschwänglich gewordenen„ Begrif der Freundschaft zu unterdrüke»/ oder hät-„ ten meine Freunde bereits ihr bestimteS Glük: so„glaubte ich bei mir selbst zu finden/ was ich„ nöthig hätte. sine (lote <^userc> ! Ge-
genwärtig aber muß ich suchen/ mich auf einige„ mögliche Fälle gefasset zu machen/ als ein Mensch/„der sagen muß: Oexlia rnilii Leus!
„ Ich lasse mir nicht einfallen / mich Denensel-„ ben persönlich zu zeigen) allein hoffe dennoch/
>) l Horst, I. Z. o<I. 29, Z