XI.VI. WinckelmanS
fen würde/ so sezt er hinzu: „ Die erste und viel-„ leicht einzige Absicht hiebei wäre/ meinem ehe-„ maligen Freunde/ und meiner ersten und einzigen„Liebe/ dem Lamprecht/ dadurch nüzlich sein zu„können. Und diese Absicht ist so uneigenniizig/„ daß ich nicht einmal weiß/ wo und wie er stehet. "
Wir werden später noch mehrmal auf diese Eigen-heit WinckelmanS zurükkommen/ und sie zu er-klären Gelegenheit finden.
So unangenehm es also für Win ckelman immersein mochte/ unter den oben erwähnten Umständennicht einige Zeit an einem fremden Orte unbekantleben zu können- so mußte er doch nothgedrungenaus Mangel an Geld zu Nötheniz verharren / und dieReise nach Potsdam in den Wind schlagen. Erglaubte zwar/ daß eine Veränderung der Luft unddes Gemüths für ihn wirksamer als alle strenge Diätgewesen wäre; er schrieb sogar dem Gram und Kum-mer/ welcher ihn so unbeschreiblich angegriffen/ weilihn Lamprecht nicht gern in Potsdam sehen wollen/größtentheils seine nunmehrige körperliche Schwach-heit zu. Allein wir haben schon gesehen/ baß vieleFeinde sich zusammen verschworen hatten/ seine Ge-sundheit zu untergraben. 2)
Er war beinahe zu dem Entschluß verleitet/ Nie-mandes Freund mehr zu sein. Seine Besuche beidem Nuntius stellte er Jahr und Tag ein/ von Ostern175Z bis Ostern 1754. Mit dem Pater Nauchpflog er zwar noch Umgang/ ja er war seine einzige
1) Bv. an Muzel-Stosch/ V. 10 Apr. 1760.
Z) Br. an Berends/ V. 6 Jul. 1754.
Z) Ebmdas.
4) Br. an Berends, v. 12 Jul. 1754.