Biographie.
XI.III.
Vor allem aber wollte er noch seinen FreundBerendS und den Graven sehen. „Göttlicher„Freund! ich muß dich sprechen/ schreibt er/ ich„ muß die Knie des gnädigen Herrn umarmen. Er„ muß mir seinen Segen ertheilen. Ich thu den„ lezten entscheidenden Tritt nicht/ bevor ich ihn„gesprochen. Wen ich dich nur gesehen/ mein„Freund! und den Herrn gesprochen/ alsdan will„ ich mich dem Strom überlassen. ES gehe/ wie eS„wolle/ gehet es' doch nicht ewig! "
So nahe die Abreise nach Nsm auch schien/ undso bequem sich eine Gelegenheit in Gesellschaft desschönen Sängers Belli darbot: so blieb sie dochnoch zwei Jahre lang aufgeschoben.
Die strengen Arbeiten in der Bibliothek/ die Un-ruhe/ Bangigkeit und der Kummer über die Urtheileseiner Freunde/ Bekailten und der ganzen Welt/wen er einen so auffallenden Schritt/ als er Wil-lens war/ thun würde/ hatten so nachrheilig aufseine Gesundheit gewirkt/ daß er am Körper täglichabnahm/ und seine ungewöhnlichen Nachtschweisse/dieses frühere Übel/ troz der strengsten Diät vonneuem wieder eintraten. Dieser Schweiß kam schonim ersten Schlafe: um Mitternacht mußte er Hem-den wechseln; eS stellte sich ein neuer Schweiß ein-der aber minder heftig war. Sein Magen wurdeüberaus schwach; er trank über ein Vierteljahr keinBier und aß eine geraume Zeit nur einmal in derWoche Fleisch/ bis er eS endlich ganz aufgab. DasÜbel wollte doch nicht weichen; er mußte die Milch-kur brauchen/ nur Gemüß«nnd oft nur eincWasser-supe essen.
t) Br. m> Berends/ v. tZ Apr. 175Z.
2) Ebendas.
3) Br. an Berends/ v. l2 Sept. 1754.