Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
XL
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XI. Winckelmans

sich jedoch der Grav und die Grävin um vieles mil-der/ wie man aus einem Briefe vom 21 Februarsieht/ in welchem Winckclman voll Entzükungschreibt: „Ich bin ausser mir! Mein Herr wird„ mir durch seine Erklärung größer / als er mir gc-„ wesen; und die liebe erleuchtete Grävin — Gott„ gebe ihr viel Segen und Leben ! Das hätte ich„nicht gedacht/ daß man so frei und so ver-nünftig denken würde. Denke du an mich,„ ich halte Wort: einen so gnädigen Herrn lasse ich„ nicht. Stand und Ehre ist nichts bei mir/ Ruhe„ und Freiheit sind die größten Güter. So weit„bin ich weise geworden/ daß ich sie zu schäzen„ weiß. Der gnädige Herr! ich wollte seine Fuß-„ stapfen küssen. Preise Gott mit mir/ liebster„ Freund! Gott friste dem Herrn Leben und Tage!„ich will ihm dienen mit Leib und Leben. Gott/„der mich prüfet und erforschet/ weiß/ daß ich„ schreibe / wie ich gedenke." l)

Der Nuntius drang nun sehr stark auf dessenProfession; der Pater Rauch minder. Sie solltewenige Tage nach dem iZ April dieses Jahresvorgenommen werden. Winckclman schüzte aberdagegen eine Reise »ach Dahlen vor/ wohin seinHerr/ der Grav von Bünau/ kommen würde/ dener noch vor der Abreise nach Rom unumgänglichsehen müße; überdies hatten die Jesuiten in derzur Profession anberaumten Zeit ihre Exercitien/wie sie es nenne»/ das ist/ ihre Vorbereitungzur heiligen Woche/ wo sie nicht ausgehen durf-ten/ auch nicht einmal zum Nuntius. Er bekamalso Aufschub bis zum 1 Juni. Der Pater Rauchgab ihm selbst Anschläge zur Verzögerung; demNuntius gefiel aber die Sache nicht, und er war son-

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