Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
XXXIX
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Biographie.

XXXIX.

Der Cardinal Passion ei schrieb sehr nachdrük-lich, daß Winckelman sich auf die Reise begebe»/und vorher noch in die Hände des Nuntius Profeßablegen möchte. Der Pater Rauch und besondersArchinto betrieben dieses Geschäft als eine Her-zensangelegenheit; aber Winckelmaii wich immernoch aus. Er wurde über das Wort Profeß stut-zig, so gut er sich zu fassen vorgenommen hatte,und obwohl er hörte, daß es ganz insgeheim'in dieHände des Nuntius in dessen Kabinet geschehensollte. Er ging diesmal mit einer größern Unruhe<mS Dresden, als je.

Am meisten quälte ihn die Furcht, feines theu-ern Graven Freundschaft und Gunst zu verlieren,wen er der Einladung Gehör geben würde. DochWollte er ihn nicht hintergehen. Er schrieb deßhalbwiederholt an seinen Freund BerendS nach Eise-nach, wo der Grav von Vünau als Statthalterwohnte, und bat ihn dringend, demselben dieses Vor»haben so behutsam als möglich zu entdeken, weil ersonst doch dahinter kommen müßte; besonders da sichschon jemand für die Stelle in der Bibliothek ge-meldet habe.2) BerendS entsprach dem Ansuchenseines Freundes. Allein Bünau muß anfangs we-gen des Übertrittes nicht gut zu sprechen gewesensein; den Winckelman erwidert seinem Freundeans einen Brief: „ Ich habe geglaubet, daß der„ Herr kein Sternerthodox sei, und daß er dir,„ da du in solcher Admission stehest, sich einigermaßendeeouvriren möchte. Ich habe nicht geglaubet,-„daß ich ihm ein Abscheu wegen meiner Mei-„ nung werden würde. " — Später erklärten

t) Br, an Bcrends, v. Ja«. 175Z.

2> Br. an Berends, v. 8 Dec. 1752, v. t l Jan. 175Z

u. 2? Dec. 1754-

-Z) Br. an Verends, V. Ja». l75Z.