XXXVI,
WmckelmanS
Nunmehr schrieb Winckelman seinem Freunde B e-rends/ der ihm den gemeldeten Schritt schon sovielfältig widerrathen hatte! est! y Wir
wollen von ihm selbst hören/ wie er sich vor einemFreunde zu rechtfertigen sucht/ vor dem er keineZurükhaltung beobachten darf.
„ Du hast mir gerathen als Freund/ als ein„ Vater seinen Kindern rathen kan. Deine Grün-„ de/ die dir ein Herz voll Zärtlichkeit/ voll wahrer„Treue dictiret/ haben mich mehr/ als mir selbst„ lieb war/ überzeuget/ daß meine Veränderung„ sehr besorglich sei. Erinnere dich aber izv/ mein„ Bruder / daß du es an keiner Vorstellung gespa-„ret/ mich in Seehausen zu behalten ; es war fast„ nicht weniger gewagt/ als nach Rom zu gehen.„ Ich war mir selbst nicht nnbekant : ich wußte /„ ich hatte nichtS/ was großen Herren gefallen koiite;
sola virlute ging ich zuversichtlich ans mei-
„ nein Vaterlande. Gott ließ mich Gnade vor„den Augen meines Herrn finden.
„ Ich gebe mich gern einer Liebe zur Verände-„ rung schuld/ die du mir mir gar zu oft in allen„ deinen Briefen vorwirfst. Nullnm maAnum inge-„ uium — 2) und das ist nur allzu wahr. (Iliucl
„ »iSAnunt ^rszüscini llixeiim, nec milii arroAem!)
„ Man muß die gemeine Bahn verlasse» / sich zu er-„ heben. Die Weifen des Altertums durchzogen un-„ zählige Länder/ Wissenschaften zu suchen.
„Mein Schaz! du weißt/ daß ich allen Plai-„ sirS abgesaget/ und daß ich allein Wahrheit und„Wissenschaft gesuchet. Du weißt/ wie sauer es„ mir geworden; durch Mangel und Armuth/ durch„ Mühe und Noth habe ich mir müßen Bahn »ia-
1) Worte Cäsars am Rubico», Su--t> c. Z-,
2) ^ziiis irüitura <Ieiueiitise^