Biographie.
XXXI.
tionen/ die für den jungen Graven auf morgen be-stimt waren.
Das nahe Dresden besuchte er oft/ und knüpftenach und nach Verbindungen mit Männern an, diein einer geistigen Verwandtschaft zu ihm standen/wie z. B. mit dem LegationSrath von Hagedorn/vorzüglich aber mit Malern und Kupferstechern.Durch sie bekam er Zutritt in die Gemäldegalerieund zu den Antiken / ein Genuß / der ihm bisher gefehlthatte / und für welchen er mit den feinsten Sinnen vonder Natur begabt war. Indeß hemten ihn stets nochseine dringenden Arbeiten für den Graven/ sich ei-nem solchen Vergnügen und Studium nach Herzens-lust zu überlassen. Er mag oft rathsam gefundenhaben/ sich seine Gründe zur Geduld vorzusagen:„Wir sollen wie Kinder an der Tafel sein/ und„zufrieden nehmen/ was uns vorgelegt wird / nicht„selbst zulangen oder murre»/ und unsere„Person / die uns gegeben ist/ sie mag sein wie sie„ will/ gut spielen." — Er versank wieder in dieTiefe feiner Arbeiten/ und verlor sich fast. SeineMunterkeit und die Kräfte schwanden/ eS stelltensich verzehrende Nachtschweisse ein/ vor denen dererquikende Schlummer floh. Er sah sich zu einerVeränderung der Luft und Lebensart zu laut vonder Natur selbst anfgefodert/ als daß er hätte wi-derstehen können. „ Ich traue endlich meinen Kräf-„ ten nicht mehr alles zu/ (schreibt er einem Freun-„ de/^) und eingedenk des Spruches :
ziehe ich die Segel ein." Im Jahre17,51/ wahr scheinlich zur Sommerszeit/ reiste er/um sich zu erhole»/ in die Altmark/ wo er sich
1) Guvlitts Program vo» 1S20. S. 25.
2) Br. a» H. Fließt», v, 22 Sept. 1764.
3) Lxist> üä LlciLuviiun, 6. l 15Z1,