XXX, Wmckelmans
Gpize. — Wie man aber von einem Volke diewenigsten Nachrichten findet/ wo es den tiefstenFrieden und das' volle Maß der Glükseligkeit ge- ,noß/ eben so verliert sich jezt anch Winckelmannach den schwarzen Seetagen fast ganz vor unsernBliken/ um seinen frohen Zustand ohne Störungzn fühlen. Der Anfang der neuen Geschäfte warihm/ weil er sich hervorthun und seinem Herrngefällig machen wollte/ so blutsauer/ daß er in denersten Monaten graue Haare bekam, t) Der Gravvon Bünau bezeigte ihm alle Zufriedenheit und Zu-neigung. „Kein Freund hat seinen Freund lieber/„(schreibt er an UdeN/) als mein Herr mich.„Seine Begriffe von mir sind größer/ als es wahr„ ist. Alles mein Bezeigen/ alle meine Arbeit/„ war/ ohngeachtet aller meiner wenige» Behutsam-keit/ wohlgethan.— Wen ich auch wenig gearbei-„ tet hätte/ so glaubte der Grav doch einmal/ daß ,„ ich unaufhörlich für ihn arbeitete. Urtheile dar-„ aus von meiner Zufriedenheit und meinem Glüke."^)Bald fand er auch Gelegenheit/ einen seinerZugendfreunde vortheilhaft für dessen künftiges Glükzu empfehlen. Der Erzieher des jüngern Gravenvon Bünau war seiner Stelle nicht gewachsen;man verschafte ihm daher eine Pfarrei und suchteeinen fähigern zu bekommen. Diesen schlug Win-ckelmaii in der Person des Hieronymus Die-terich Berends^) vor/ der von Seehausen ge-bürtig war/ und mit dem er auf der Universitätbekant geworden. Er besaß viele Keiltnisse/ dochwen er es bedürfte/ so gab ihm Winckelman mitaller Gefälligkeit des Abends Unterricht in den Lec-
Br. an Uden/ v. 2S März 1753. .
2) Ebendas.
Z) In dem Buche: Winckelman und sein Jahrhun-dert, heißt er verschönert Verendis.