Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
XXIX
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Biographie. xxix.

Winckelman erzählte seinem College» alle seinefrühern LebenSumständc/ sie schloßen eine Freund-schaft/ die dauerhaft war. So erzählet Frankedie Sache. ES läßt sich indessen aus mehrern Stel-len der Briefe WinckelmanS die gegründete Muth-maßung schöpfe»/ daß Franke gegen ihn eifersüch-tig und neidisch gewesen/ sei es nun wegen dergrößern Gunst/ die jener vom Graven genoß/ oderwegen dessen höher» Talenten und Kentnissen. Washaben sonst die Worte in einem Briefe^) : „ Es..schielt mich izo kein neidischer Hund mehr an/"für eine andere Beziehung?— Winckelman ge-steht jedoch/ daß Franke Werth und Fähigkeitzur edelsten Freundschaft besessen habe. „ In der„Erinnerung der Kaltsinnigkeit unseres Umgangs/„ wodurch uns Nötheniz ein Paradies hätte werden„ können/ erkenne ich ein Gegengewicht/ welches„ allen menschlichen Dingen gegeben ist. Den über-„ großen Talenten ist die Faulheit zu Theil worden;„ diejenigen/ die zur Freundschaft geboren sind / und„ in derselben die höchste menschliche Glükseligkeit„finden könne»/ wie sie es ist/ sezen sich Phanta-„ sien in Weg/ um nicht die höchste Zufriedenheit„zu finden/ die nur in Gott allein soll gesuchet„ werden."

Wen man gleich Bibliothekar ist/ so macht mandoch nicht immer Auszüge und schreibt nicht immerKataloge. Da Winckelman bei seiner großen An-zahl Schulstunden und Privatlectionen noch so viel/freilich nur zu viel Zeit zu seinen eigenen Stu-dien erübrigte/ was mag er erst hier mitten imSchooße literarischer Schäze gethan haben! DieGriechen mußten wieder hervor/ Homer an ihrer

t) Anhang zum Br. an Franke, v. 28 Jan. t764.

2) An Bevcnds, v. 2S Dec. 1754 aus Dresden.

3) Br. an Franke, v, 2S Jan, 1764.