Biographie. xxi.
Den Tag über widmete Winckelman fast alleseine Zeit der Schule und einigen Privatlectionenin der Geometrie und Philosophie; des Abends spätnoch ertheilte er seinem lieben Zögling Samprechtbis Uhr/ wo dieser zu Bette ging/ Unterricht.Dan erst gehörte er sich an/ und studirte vollendsbis Mitternacht. Um -5 Uhr des Morgens began ersein Studium schon wieder bis 6 Uhr/ da ihn derjunge Lamprecht bis zum Anfang der Schule inAnspruch nahm. Einen ganzen Winter hindurchsoll er gar mit keinem Fuße in's Bette gekommensein/ sondern nur seine Stunden von 52 bis Uhrin einem Lehnstuhle vor einem Tische/ der auf bei-den Seiten .mir Büchergestellen umgeben war/ ge«schlafen haben/ Um sogleich ohne Zeitverlust desMorgens früh seine Studien anfangen zu können.ES gehört eine herkulische Stärke'dazu/ «ine so aus-schweifende Anstrengung auszuhalten. Seine Freundemißriethen ihm diese Lebensart mit allen Gründen,die wirksam sein mochten.
Die Schriften/ welche er vorzüglich laS/ warengriechische Autoren/ so viel er deren nur habhaftwerden koiite. Den Sophokles legte er fast nieaus der Hand; ja er hatte sein Exemplar durch Be-merkungen und Schlüsse/ die er aus denScholien zog/ an unzähligen Orten dermaßen ver-bessert und mit einer richtigern Interpunktion ver-sehen/ daß er dasselbe für eine neue Ausgabe desDichters von Werth hielt. 2)
t) Gurlitts Program von 1820. S. 2Z.— voni»2l, S. ?.
2) Lpist, ixl Loniiteni A<? Lünau, <1. io ,7ul. 1748. Manweiß nicht / wohin dieses Exemplar seines Sovhoklesgekommen ist; wahrscheinlich aber hat er es mit naÄRom genommen.