Druckschrift 
1 (1825)
Entstehung
Seite
VIII
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VIII, Winckelmans

Die beinah völlige Blindheit/ womit dieser alteLehrer geschlagen worden / führte sonderbarer WeiseWinckelmans erste Erleuchtung in den Wissen-schaften herbei; den der Greis nahm den armenaber hofnungsvollen Schüler als seinen Vorleser/Schreiber und Geleitsman in sein HanS/ und wurdehinwider dessen Mentor im Gebiete der Studien.Winckelmans Kentnisse vermehrten sich hiednrchso sehr/ daß man ihn den übrigen Schülern alsein Muster in der lateinischen und griechischen Sprachevorstellen konte.

'"Die Bücher seines blinden Wohlthäters standenihm zu Gebot/ und nebenbei hatte er auch die Auf-sicht über die kleine Schulbibliothek. In beidenfand er größtentheils lateinische und griechische Clas-siker/ die er nicht nnbenuzt stehen ließ; ausser den-selben aber waren darin noch einige Bände vondem neu eröfneten adelichen Nitterplaz/ demer die erste Bekantschaft mit Gegenständen der Ma-lerei und Bildhauerei zu verdanken hatte. "

Die jugendlichen Spiele feiner Kameraden sollenihn nicht sehr angelokt haben; wen er aber zuwei-len mit fortgerissen'worden/ so habe er jedesmal einBuch in die Tasche gestekt/ um sich bei einem fchik-lichen Anlasse davonzuschleichen und seinem Geistedurch Lectüre Nahrung zu verschaffen. Wen er zurWinterszeit seine Mitschüler als Aufseher auf dasEis begleiten mußte/ so prägte er/ während sie aufdem Spiegel herumfuhren/ seinem Gedächtnisse la-, teinische nnd griechische Wörter ein/ die er beson-ders in Hefte aufgezeichnet bei sich trug.

Römische und griechische Literatur/ Geschichte/Geographie nnd Archäologie waren seine liebsten Be-schäftigungen/ denen er in Tapperts Wohnungso manche Nacht widmete. Schon damals soll erin der benachbarten Gegend von Stendal römische