Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
463
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Zweites Kapitel.

pels Kaisers Antoninus und der Faustina sindGreift/ welche Leuchter halten,!) Eben diese Zieratenhat die Friese eines kleinen zierlichen Tempels oderCapelle/^) eine Stunde von Siena/ gegen Floren;zu/ und zwar von gebranter Erde/ so wie die ko-rinthischen Kapitaler der Pilaster; auf eben die Art/wie einige alte Grabmäler um Nom. Von derglei-chen Friesen wurden um Ostern dieses 1761 Jahressechs Stüke zu Rom entdekct/ von zween Palmenhoch, welche mit bleiernen Nageln auf die Mauerbefestiget waren; einer von diesen Nägeln hat mehrals einen halben Palm in der Lange. Die erhobe-ne Arbeit auf diesen Stüken ist schön gezeichnet undausgeführet. Auf einem derselben stehet Bakchusund eine tanzende Bakchanre/ welche die Cymbelnschlaget/ und zwischen ihnen ein junger Satyr/ wel-cher eine längliche und spizig zulaufende Aschenurnemit zwo Handhaben auf der Schulter träget; mitder andern Hand hält er eine umgekehrte brennendeFakel. Es ist dieses Bild eine Aufmunterung zumGenusse des LebenS/ und eine Erinnerung zur Fröh-lichkeit/ ehe die Fakel des Lebens auslöschet/ und

, i) OesAv6et2, I>> 43, 49, 60.

2) Ich will über das Altertum dieses Gebäudes nicht ent-scheiden ; ein so Völlig erhaltenes Werk von der Rö-mer Zeit an diesem Srte scheint mir bedenklich, da sichin Toscana von alten Gebäuden nichts Ganzes erhalte»hat. Den das Nattisterio in Florenz, welches di«Florentiner sur eineil Temvel des Mars halten, scheintnur denjenigen aus dem Altertume, die dasselbe imVorübergehen kennen lernen. Alle andere Vattisteriasind, wie dieses, achtekich t, wie das zn Nom und zuNocera de> Pagani, zwischen Neapel und Salerno. Vondem Gelände bei Siena habe ich, aller angewandtenMühe ohnerachtet, keine weitere Nachricht einziehenkönnen, als daß es im Jahre 1520 in einer angestelletenKirchenVisttation bereits da gewesen ist. Wi»ekelman.