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2 (1825)
Entstehung
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Zweites Kapitel.Von der Zierlichkeit in der Baukunst.

§. t. Uufdas Wesentlich e in der Baukunst istdieZierlichkeit derselben gefolget, von welcher die-ses zweite Kapitel handelt/ und von derselben istzum ersten allgemein und hernach insbeson-dere zu reden.

§. 2. Ein Gebäude ohne Zierde, ist wie dieGesundheit in Dürftigkeit/ die niemand allein fürglüklich halt/ wie Aristoteles saget; und dasEinerlei oder die Monotonie kan in der Baukunst/so wie in der Schreibart und in anderen Werkender Kunst, tadelhaft werden. Die Zierde hat ih-ren Grund in der Mannigfaltigkeit; in Schriftenund an Gebäuden dienet sie dem Geiste und demAuge zur Abwechselung/ und wen die Zierde in derBaukunst sich mit Einfalt gesellet/ entstehet Schön-heit: den eine Sache ist gut und schön/ wen sieist/ was sie sein soll. ES sollen daher Zieraten ei-nes Gebäudes ihrem allgemeinen sowohl/ als beson-deren Endzweke gemäß bleiben: nach jenem betrach-tet/ sollen sie als ein Zusaz erscheinen/ und nachdiesem die Natur des OrtS und ihre Anwendungnicht verändern. Sie sind als die Kleidung anzu-sehen/ welche die Blöße zu deken dienet/ und jegrößer ein Gebäude von Anlage ist/ desto wenigererfordert eS Zieraten; so wie ein kostbarer Steinnur wie in einen goldenen Faden einzufassen wäre.

i) H.ket,or. I. i. c. 5.