196 Sendschreiben v. d.
tem Holze/ dessen Ringe sich deutlich unterschei-den, welche an den Schriften aber in größerer An-zahl und weit zarter sind. Von viere lichtenBüchern hat sich lein einziges gefunden.
K. 99. DaS Papier ist dünn e/ ja noch dünner alsein Mohnblatt/ nicht völlig wie es ehemals ge-wesen, sondern wie es im Feuer, welches den Kör-ver herausgezogen, geworden; ein bloßer Hauch kaubei der Arbeit an demselben Schaden verursachen.ES muß aber dieses Papier beständig sehr dünne ge-wesen sein, wie sich an vielen Schriften zeiget,welche wenig gerunzelt sind, und also eben so dicht,wie sie izo erscheinen, gewikelt waren: den da diesedurch die Hize nicht enger, als sie waren, zusam-mcngedrükct werden konten, und weder nach dcrBreite noch in dcr Länge nachgaben, so blieben sieohne Runzeln und ohne geplätscheten Druk.
§. t00. Eine solche Rolle Schrift bestellet ausvielen schmalen Streifen von einer Hand breit, wel-che auf einander geleimet sind, so das eins überdas andere in dcr Breite eines Fingers lieget, unddiese Fugung hat sich nicht aufgelöset. Diese Blät-ter auf einander zu leimen gab es besondere Leute,welche ZIuüi>.iiores hießen, deren Kunst nicht unterdie ganz gemeinen Handwerker gezählet worden sei»muß, da die Athenienser einem PhiltatiuS ein«Statue ausrichteten,^) weil er ihnen die Schriftzu leimen gezeiget, oder welches glaublicher ist,weil er eine besondere Art Bücherleim erfunden.^)
1) Lic. nä I. epikt. 4.
2) piiot. ki!>I> ex
Z) (Warum den nicht, die Schrift zu leimen? d, l>,Gold- und Silberflieder mittelst eines feine«Kleisters zu befestige»?)