Sendschreiben v. d.
cher sich in dünne Häute aufblättern lassen, sodaß diejenigen Häute/ welche zunächst an demMarke des Stengels sind/ das beste Papier gegeben/und die äussern Häute das schlechtere. Diesesbestätiget der Augenschein an den herculanischenSchriften / die aus vier Finger breiten Blätternzusammen gesezet sind/ (wie ich in Folgendem deut-licher beschreiben werde/) und/ wie ich glaube/ denUmkreis des Stengels zeigen. Ich sollte alsofast auf die Gedanken gerathen / daß der Text desPlinius verfälschet sei/ wo er saget/ daß der Un-terschied in dem Werthe des Papiers an dessenBreite liege. „Das beste/ saget er/ hat die„ Breite von dreizehen Zoll;" dasjenige/ wel-ches Hieratica hieß/ war von eilf Zoll; Fan-niana von zehen Zoll; von SaiS hatte weniger,und das schlechtere war von sechs Zoll. Hiermüßte/ nach meiner Muthmaßung/ anstatt dasWort Breite/ das Wort Länge gesezet werden;den der Stengel der Pffanze muß mehrentheilsvon gleicher Dike gewesen sein; und ich kanmir nicht vorstellen/ wie derselbe an einigen drei-zehen Zolle/ an andern aber sechs im Umkreise ge-habt habe/ da die Breite des Papiers der Um-kreis des Stengels'/ und demselben gleich gewesensein muß; die Länge des Papiers aber wird nachder Länge des Stengels zu rechnen sein.
Z. 36. Ich will mich unterdessen in keine Unter-suchung aller einzelnen Stüke der Nachricht desPliniuS einlassen/ um nicht Muthmaßungenanstatt Nachrichten zu geben. Ich glaube z. E,was er von Schriften ans zwei-ja aus dreifachzusammengeleimeten Blättern redet/ sonderlich daGuilladini dergleichen Schriften von ägyptischemPapiere gesehen zu haben versichert. Die herculani-schen Schriften bestehen nur aus einem einzigen