Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
189
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hercul. Entdck. is?

mit der offenen Seite gegen das Ohr, in eben derForm haben sie noch izo die Weiber in dieser Ge-gend.

§. 89. Unter den Gerathen sind sonderlich diePaterci/ wie ich oben gedacht habe/ von einem zu-sammcngesczeten weissen Metalle/ welches dem erstenAnblikc nach Silber scheinet; es ist auch der grüneAnsaz wie an diesem: wer weiß/ ob es nicht einevon den zwo berühmten ArtenErzt/ korinthischesoder syrakusischeS/ war. Ich weiß, daß einigeein goldfarbiges Erzt in einigen Münzen derersten Größe für korinthisches Erzt halten; esist aber diese Meinung so ungewiß, als lächerlich dasVorgeben von dem Ursprünge dieses Erztes in derEroberung dieser Stadt ist.

§. 90. Die vornehmste Betrachtung über alte Be-rathe, und sonderlich über die Gefäße/ sollte aufdie Zierlichkeit derselben gerichtet sein, in wel-cher alle unsere Künstler den Alten nachstehen mü-ßen. Alle ihre Formen sind auf Grundsäzc desguten Geschmaks gebauet, und gleichen einemschönen jungen Menschen, in dessen Gebärden/ohne sein Zuthun oder Denken, sich die Gratisbildet; diese erstreket sich hier bis auf die Handha-ben der Gefäße. Die Nachahmung derselbe»könte einen ganz andern Geschmak einführen , und unsvon dem Gekünstelten ab auf die Natur leiten, wor-in nachher die Kunst kan gezeiget werden. DieSchönheit dieser Gefäße bildet sich durch die sanftgeschweiften Linien der Formen, als welchehier/ wie an schönen jugendlichen Körpern, mehranwachsend als vollendet sind, damit unserAuge in völlig halbrunde Umkreise seinen Blik nicht«ndige, oder in Eken eingeschränket und aufSpizen angeheftet bleibe. Die süße Empsindungunserer Augen bei solchen Formen ist wie das Ge--