t62 Sendschreiben v. d.
chen Priapen an Personen/ die dieselben am Armeoder auf der Brust trugen/ sehen lassen. Es wirdsonderlich ein halber Mond von Silber am Armegetragen/ welchen der Pöbel i>i?.?ut!> heisset/ dasist: der spizige Mond/ und dieser soll wider diefallende Sucht helfen; es muß derselbe aber vonselbst gesammelten Almosen gemachet werden/und man träget ihn zum Priester/ welcher ihn ein-segnet. Dieser Mißbrauch ist bekant und wird ge-duldet. Vielleicht dieneten die vielen halben Mondevon Silber/ in dem Musev/ zu eben diesem Aber-glauben. Die Athenienser trugen dieselben an demFersenleder der Schuhe/ unter dem Knöchel.Unter den Priapen (Gliedern) sind andere mitFlügeln und mit Glökchen/ welche an gefloch-tenen Ketten hingen; hinten endiget sich das Gliedmit dem Hintertheile eines Löwen; mit der linkenKlaue krazet er sich unter dem Flügel/ wie eS dieTauben machen/ wen sie verliebt sind / um sich/ wieman glaubet/ zur Wohllust zu erhizen. Die Glök-chen sind aus einem mit Silber versezeten Metalle/und das Geräusch derselben sollte vielleicht eine ähn-liche Wirkung haben mit den Glokcn an den Schil-dern der Altenzt) sollten sie Furcht erweken/und dort etwa die bösen Geni 06 zurüktreiben.Die Gloken waren im übrigen auch Kenzeichen der-icnigen/die zum geheimen Gottesdienstedes BakchuS waren eingeweihet worden.
§. 67. Ich erinnere hier mit ein paar Worten/daß die mehresten Werke von Erzt in diesem Musev/da dieselben in der Ergänzung und Ausbesserung in'SFeuer gebracht werden müßen/ ihren alten ehr-würdigen Rost verloren haben/ welches eine g r ü n-
1) 8cxt. cvntr. Iliclz, v. Zg>.
2) Ovicr. <Ics kicii-, gr. 6u Li>b. 6e Ltozcli, x.