hercnl. Entdek. 161
machet eine Art von Gebärden/ welche den Wälschensehr gemein/ den Deutschen aber ganz und gar un-bekant ist: daher es mir schwer wird/ mich zu erklä-ren/ und die Bedeutung desselben an der Figur zubeschreiben. Die Figur ziehet/ mit dem Zeigefingerder rechten Hand auf den Bakenknochen geleget/ dasuntere Angenlict> herunter/ indem zugleich der Kopfnach eben der Seite geneiget ist; welche Gebärde denPantomimen der Alten eigen gewesen sein muß/ undvon vielfacher und sinlicher Bedeutung ist. DieseGebärde wird insgemein stillschweigend gemachet/ alswen man sagen wollte: Hüte dich/ er ist feinwie Galgen holz! oder: Er wollte mich an-führe»/ und ich habe ihn erwischt! oder zusagen: Da kämst du mir recht! Das wäre eingefunden Fressen für dich! Mit der linkenHand machet diese Figur das/ was die Wälschen eineFeige (weiblichen Geschlechts)/ nennen/ (dieFrucht aber heisset allezeit üro,) welches Wort dieweibli che Natur bedeutet/ und wird gezeiget durchden Daum/ welcher zwischen den Zeigefinger und denmittlern Finger geleget wird/ so daß derselbe zwi-schen beiden/ als eine Zunge zwischen den Lipen/ zusehen ist. Man nennet dieses auch k->r von der
Spalte/ womit man die Schale der Castanien auf-schlizet/ um dieselben geschwinder zu fieden. Ebendieses machet ein kleiner Arm von Erzt/ welcher aufdem andern Ende sich in einen PriapuS (Glied)endiget/ und eS finden sich daselbst andere diesemähnliche/ aber platt geschlagene Arme. Dieses wa-ren/ wie bekant ist/ Amuleta bei den Alte«/ oderGehenke/ welche man wider das Be schreien/ widerein böses Auge/ und wider die Zauberei trug/und eS hat sich dieser lächerliche und schändliche Aber-glaube noch izo unter dem gemeinen Volke im Nea--pclschen erhalten; wie man mich verschiedene dcrgle-.-
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