Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
54
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64 Briefe nb. d.

mittlere violett/ und der dritte grün ist/ die einedunkele Einfassung haben/ und alle drei sind von derBreite der Spize des kleinen Fingers. Der innereRand ist weiß/ und breiter als die drei Streifen desäusseren RandeS/ nämlich einen starken Finger breit.Die Figuren sind zwei Palmen zwei Zoll römischenMaßes hoch. Das Helldunkel ist meisterhaft; dieSchatten sind in großen Massen in der schönsten Har-monie und Abstufung aufgetragen. Ich habe sieStunden lang mit der größeten Aufmerksamkeit be-trachtet/ und da ich das Museum mehr als zehnmalbesehen habe/ so glaube ich nichts Wichtiges/ wasder Aufzeichnung werth ist/ vergessen zu haben. DieBeschreibung/ die ich davon machen werde/ wirdmehr malerisch als antiquarisch ausfallen. Der Ma-ler sowohl als der Altertumsforscher müßen sichzuweilen bei gewissen Kleinigkeiten aufhalte«/ dieden Augen derer entwischen/ die blos sehen ohne zubemerken. Aber da auch Kleinigkeiten bedeutend lsind/ so wird auch der Maler/ wen es gewissenoch nicht hinlänglich erörterte Dinge betrift/bei Umstände»/ die dem Anscheine nach unbedeutendsind/ eben so nachdenklich sein/ als bei den bedeu-tendsten Dingen/ wen er das Costum der Alten ge-nau beobachten will; daher komt eS/ daß wir von sowenigen Werken eine wissenschaftlich und kennermä-ßig ausgeführete Beschreibung haben.

K. 19. Das erste Gemälde enthält vier weiblicheFiguren. Die vornehmste/ deren Gesicht man vonvorne siehet/ sizet und hebet mit der rechten HanddasPalliumoderPeplu >»/ das auf dem Hintertheileihres Kopfes ruhet/ in die Höhe. Dieses Peplumist violett/ mit einem fingerbreiten grünen Rande,tzhr Kleid ist fleischfarben. Ihre linke Hand )

ruhet auf der Schulter eines schönen MädchenS/ dasman im Profile siehet/ das neben ihr stehet und das