Druckschrift 
2 (1825)
Entstehung
Seite
30
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3o Briefe üb. d.

bringet/ ist die Vergleichung/ die ich mit dem Planeder Ruinen einer vor geraumer Zeit zu Frascati ent-dcketen Villa angestellet habe; auf welchen Ruinenjzo die Villa der Jesuiten/ Ruffinella genant/gebauet ist. Stellen Sie sich Zimmer vor/ sowohlin den herculanischen Häusern/ als in dem Palast deralten tusculanischen Villa/ die wenig größer sind/als Ihre Studirstube/ Ihren Alkoven abgerechnet;in einigen stand auch noch das Bette/ wie solcheszu Frascati eine niedrige Nische anzeiget/ in welchedas obere Theil des Bettes geschoben werden konte.Bei einigen tusculanischen Gemächern befand sichauch ein Vorzimmer/ welches nichts weiter als einschmaler Gang ist/ wo derjenige sich aufhielt/ derdie Leute bei dem Hausherrn anmeldete; es scheinetauch/ daß das innere Zimmer des Herrn ohne Thü-ren gewesen; den man findet weder Thürgewände/noch andere Arten von Verschließungen; vielleichthatte es einen bloßen Vorhang/ den die Alten vc- >lum »clmissionis nenncten. Diese einfache häuslicheLebensart der Alten erinnert mich an die Stelle desDemostheneS/ wo er saget: ThemistokleS undCimon/ dieser sonst so prachtliebende Man/ hättenkeine bessere Wohnung als ihre Nachbaren gehabt.^)Die herculanischen Häuser hatten auf die Straßeheraus keine Fenster; solche befanden sich auf deranderen Seite nach dem Meere zu/ so daß mandurch die Straßen gehen konte/ ohne jemanden amFenster zu erbliken. Auf die nämliche Art sind dieHäuser in Aleppo gebauet/ wie mir ein MissionariuSerzählet,!/ so daß- man auf den Straßen/ wie mittenin Festungswerken gehet/ wo man nichts als hoheMauern erbliket. Wie bedaure ich das arme weiblicheGeschlecht dieses Landes bei den Alten! Das Schlim- ,

i) Z. oxer. x. Zg. et Oe rexudl, vriUll. x. >27.