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d. d. Cöln a /sp. 1662 Aug. 12.
Instruction und Bestallung füir den Geheimen Rath und Oberpräsidenten Otto Freiherrn von Schwerinals Hofmeister des Kurprinzen Carl Emil. 1 )
Unsers von gottes gnaden Friderich Wilhelms marggraffen zu Brandenburg, des heyl. Rom. reichserzcämmerern und churfürsten, — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —vor unsers ältesten sohns und churprinzen liebden hern Caroli Aemilii marggraffen zu Branden-burg, zu Magdeburg, in Preuszen, zu Jülich, Cleve, Berge, Stettin, Pommern etc. hertzogs etc., h off-meistern, unsern gelieimen raht und oberpraesidenten Otto freyhem von Schwerin, derchurmarck Brandenburg erbcämmerern, hern zu Alten Landtsberg, instruction und bestallung.
Nachdem nicht allein aus den exemplen und gemeiner erfahrung allenthalben bekandt, was grossesorge und trewe auch privatpersohnen aus angebohrner natürlicher liebe und Zuneigung gegen ihrekinder vor derselben gute erziehung zu tragen und anzuwenden gewohnet, sondern auch vornehmlichfürstlichen eitern obliegen und gebühren will, dasz dieselbe hierunter so viel mehrere Sorgfalt verspürenlassen, als bey einem so wichtigem wercke nicht allein sie, ihre hohe häuser und posterität, sondernauch ihre lande und leuthe und demnach so viel tausend menschen interessiret sein, welcher wolilfarthoder verderb aus diesem fundament der guten oder übelen auferziehung der fürstlichen jugend ge-meiniglich den Ursprung zu nehmen pfleget, und dan unsers ältesten sohnes und churprinzen marg-graffen Caroli Aemilii liebden numehr durch gottes gnade das siebende jähr abgeleget und alsoein solches alter erreichet, darin sie zur wahren gottesfurcht und allen christlichen und fürstlichen fugen-den je länger je mehr anzugewehnen, auch nach anweisung der güldenen bull in der lateinischen undandern sprachen zu unterrichten und zu üben sein, so gehet uns unter den zeitlichen sorgen, womitwir bey der schweren regierungslast nicht wenig beladen, fast keine mehr zu gemüthe, als wie wirhochgedachten unsers churprinzen bestes hierunter dergestalt beobachten und demselben einen solchenhoffmeister vorstellen und zuordnen mögen, welcher diesen unsern zweck mit trewem eiffer befordereund ihre liebden zarte jugendt durch fleissige aufsieht, gute vermahnung und exempel dahin lencke unddirigire, damit dieselbe in allen einem Teutschem fürsten und kunfftigem regenten wohlanständigen sitten,sprachen, künsten und tugenden zufoderst der wahren gottesfurcht täglich wachsen und zunehmen undalso tüchtig und geschickt werden möge, dermahleins nach gottes willen die von desselben gnade unsanvertrawete lande und leuthe nach unserrn hintritt löblich zu regiren und nicht allein unserm chur- undfürstlichem hause und familien, sondern auch dem Römischen reich und geliebtem vaterlande Teutscliernation eine sonderbahre zierde, leuchter und seule zu sein.
Und weil uns nun unsers geheimen ratlis und oberpraesidenten Otto freyherrn von Schwerinvornehme qualitäten, rühmliche tugenden und biszhero geführter untadelliaffter wandet, insonderheitseine unterthänigste devotion und liebe zu uns und unserm churhause überflüssig bekandj wir uns auchdessen über fünff und zwanzig jähr und bald von anfang unser churfürstlichen regierung in den wichtig-sten geschäfften und angelegenlieiten sowohl bey friedens- als kriegszeiten ganz nüzlich und zu unsermgnädigsten gefallen und vergnügen gebrauchet, alsz haben wir schon vorlengst auf desselben persohnunser sonderbahres vertrawen und absehen gerichtet und ihn dazu gnädigst erwelilet und ausgesehen,dasz wir ihm die education unsers sohns liebden auftrügen und anvertraweten. Nachdem auch der-selbe unser diszfals an ihn getlianes gnädigstes gesinnen und dabey bezeigende chur fürstliche confldenzvor die höheste gnade, so wir ihn jemahls erwiesen, auf- und angenommen und als ein sonderbahreszeichen unser gnädigsten Zufriedenheit, so wir ob seinen biszherigen unterthänigsten diensten und Ver-richtungen tragen, ausgedeutet, auch dabey bezeuget, dasz er es vor die höheste glückseeligkeit schäzenwolte, wenn er seinem unterthänigsten icutisch und verlangen nach das vermögen und die kniffte habenmöchte, uns, unserm churprinzen und dem ganzen lande einen so importanten dienst zu erweisen, sohaben wir solches unser vorhaben länger nicht aufhalten, sondern nunmehr fortsezen und werckstelligmachen wollen, g estalt wir dan hiemit und in kr äfft dieses mehr hochgedachten unsers sohnes und chur-
1) Der Kurprinz Carl Emil starb zu Strassburg i/E. am ^ Decb* 1674; der Kurfürst meldete dies dem Freiherrn von Schwe-rin aus Colmar unter dem ^ 1674 dem Auftrage: Ihr habet solches unseren beyden söhnen, so bey euch seynd, kund zu thuen,dieselbe in trauer kleiden zu lassen und mit desto grösserem fleisse dahin zu sehen, dasz prince Friderich zue allen christ-fürstlichentugenden angewiesen werden möge.
Die Worte prince Friderich und christ sind zum Zeichen, dass sie getilgt werden sollen, von Somnitz, dem Unterzeichnerdes Concepts, unterstrichen und hat derselbe an Stelle der beiden ersten das Wort sie (d. h. beide Söhne) gesetzt.