6. Otto Friedrich.
1692 — 1741.
(3. Sohn von No. 1, Vater von No. 12 bis 19.)
geboren 25. November 1692, trat 1709 in Preussische Kriegsdienste, ging aber mit seinem Bruder (No. 5)zugleich in Schwedische Dienste über und war 1711 Lieutenant bei dessen Regiment, den BremenschenDragonern, ward 1712 Capitain-Lieutenant, wohnte der Belagerung von Stade bei, bei dessen Ueber-gabe auch er, wie sein Binder, in dänische Kriegsgefangenschaft kam; bald wieder ausgewechselt, wurdeer 1713 Rittmeister (Capitain), 1718 zur Leibgarde versetzt, machte in jenem Jahr den Feldzug inNorwegen mit und war bei der Belagerung von Friedrichshall zugegen. 1723 wurde er in Schweden natu-ralisirt, 1 ) und nahm 1740 den Abschied als Oberstlieutenant. 2 )
Mit den väterlichen Lehngütern war er 1705, 1713 und 1715 belehnt worden, 3 ) hatte in Folge einesErb Vergleiches 4 ) mit seinen Brüdern die Wopersnowschen Güter übernommen, verkaufte aber dieselbenum das Jahr 1735 an den Hauptmann von Wichmannsdorf. Dagegen erwarb er die in Schweden belegenenGüter Knutstorp in Schonen und Näs in Ostgothland. Am 5. Januar 1741 erscheint er noch in dem,vom König Friedrich dem Grossen dem Geschlecht von Schwerin ertheilten Lehnbriefe; 5 ) noch in demselbenMonat jedoch starb er zu Knutstorp und wurde in der Kirche zu Kägeräd in Schonen begraben.
Er hatte sich dreimal vermält: 1) 1720 mit Sara Katharina von Koppen, Tochter des Handels-herrn zu Götaborg, Franz Schröder von Köppen und der Sara geb. Tham. Sie starb 1728;
2) 1729 mit Hedwig Charlotte Gräfin vonTessin, Tochter des Reichsraths und OberstmarschallsNicodemus Grafen von Tessin auf Boo und der Hedwig Eleonore geb. Gräfin von Steenbock. Dieselbe wargeboren 12. April 1690 und starb 1736;
3) 1738 mit Regina Catharina Gräfin von Cronhjelm, Tochter des Schwedischen Raths undPräsidenten Gustaf Grafen von Cronhjelm af Flosta und der Maria geb. Gräfin Wallenstedt. Dieselbe, ge-boren 7. December 1710, war seit 1730 Wittwe des Rittmeisters Claus Freiherrn von Anckerstjerna aufKnutstorp, und starb 4. April 1776.
7. Reimar Julius.
1695—1754.
(4. Sohn von No. 1, Vater von No. 20 bis 22.)
geboren zu Wopersnow 30. Januar 1695, trat 1709 in Schwedische Dienste, machte 1715 als Hauptmannunter Carl XII den Pommerschen Feldzug mit und kämpfte in jenem Jahr bei der Belagerung von Stral-sund gegen Preussen. 6 ' 1717 aber trat er in Preussische Dienste über und zwar in das Dragoner-Regimentvon Wuthenau No. 6, welches soeben aus 600 Kürassieren und Dragonern der sächsischen Kavallerie ge-bildet war, die König August II von Polen dem König Friedrich Wilhelm I für ein ihm zum Geschenkgemachtes kostbares Porzellan- und Bernstein-Kabinet geschenkt hatte. Er erhielt 1719 eine Kompagnie,ward 18. Juni 1721 Major, und im October 1725 zum Regiment Sonnsfeld-Dragoner No. 2 7 ' versetzt;seit 15. Mai 1734 Oberstlieutenant, nahm er 1734/35 an den Feldzügen am Rhein Theil, wurde 5. Juni1740 Oberst und 1743 Generalmajor. Er machte die beiden ersten schlesischen Kriege mit, und unterseiner Führung zeichnete sich das Regiment am 22. Mai 1745 im Gefecht bei Neustadt in Oberschlesienso aus, dass König Friedrich der Grosse folgende Worte an den Markgrafen Carl, der daselbst commandirthatte, schrieb; Ich freue mich sehr herzlich über Euer Liebden Relation. Küssen Sie Schwerin hundertMal Meinerseits und sagen Sie ihm, dass Ich niemals, so lange Ich lebe, seine Tapferkeit und sein Benehmenvergessen werde-, dass Ich für alle Offiziere dieses Regiments sorgen werde und dass Ich sie in der ganzenArmee auszeichnen will. 9 ) In weiterer Anerkennung seiner Verdienste erhielt der General den Orden pour
1) Die Naturalisation erfolgte unter iler Bezeichnung von Schwerin af Spantekow. Darauf allein ist der in einer späteren
Urkunde (U. B. II. 722) bei Nennung Otto Friedrichs erscheinende Zusatz: auf Spantekow begründet. Vgl. übrigens dazu den
Inhalt der Urkunde U. B. II. 687, und Anm. 11 auf Seite 347. — lieber die Bezeichnung von Schwerin af Grellenberg vgl.
bei Taf. IV. 29 und 30. 2) Vgl. U. B. II. 722. 3) U. B. II. G77, 686, 688. 4) Vgl. U. B. II. 687. 5) U. B. II. 709.
6) v. Schöning. Die Generale der Kurbrand, und Preuss. Armee. No. 334. 7) Dies Regiment erhielt 1742 Prinz Louis von
Württemberg, dem 1749 Reimar Julius von Schwerin als Chef folgte. 8) Ernst Graf zur Lippe. Vom grossen König. Potsdam
1863. S. 77 und 78.